Polizei gibt Entwarnung 

Bombenalarm am Bahnhof in Wabern: Auswertung der Videoaufnahmen steht noch aus

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Ein Zug der Hessischen Landesbahn wurde etwa eine Stunde lang durchsucht. Bei diesem Foto handelt es sich um ein Symbolbild. 

Am Bahnhof in Wabern hat es am frühen Sonntagabend einen Bombenalarm gegeben. Ein Zug wurde evakuiert und durchsucht, die Polizei hat aber nichts gefunden. 

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert, zuletzt um 11.49 Uhr. Die Ermittlungen laufen noch, sagte Klaus Arend, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. Die Auswertung der Überwachungskameras stehe noch aus. 

Nach Angaben von Bundespolizei und der Polizei in Fritzlar wurden die Einsatzkräfte am Sonntag um 17.48 Uhr alarmiert. Eine türkischsprechende Frau habe demnach in dem Zug der Hessischen Landesbahn, der vom Hauptbahnhof in Kassel in Richtung Treysa fuhr, ein Gespräch dreier ebenfalls türkischsprechender Männer mit angehört. Dabei habe sie verstanden, dass in den nächsten zwei Stunden in einem Zug eine Bombe explodieren würde. Ob es sich dabei um den Zug, in dem sich die Frau befand, handelte, konnte sie aber nicht genau sagen.

Die Frau informierte den Zugbegleiter, der die Bundespolizei alarmierte. Der Zug wurde daraufhin in Wabern gestoppt und evakuiert. Mit Hilfe eines Sprengstoffsuchhundes wurde die Bahn abgesucht - gefunden wurde aber nichts. Nach etwa einer Stunde konnten die Reisenden wieder zurück in den Zug und weiterfahren. 

Derzeit werde geprüft, welchen Hintergrund das Gespräch zwischen den drei Männern hatte. Die Polizei hätte den Hinweisen der Zeugin nachgehen müssen, begründete er den Einsatz am Sonntagabend. Grundsätzlich bestünde zwar immer eine Gefahr. Aber dennoch gibt der Polizeisprecher Entwarnung: "Es gibt keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung in Zügen", sagte Arend. 

Personenbeschreibung

Die drei Männer sind laut Bundespolizei in Wabern und Gensungen ausgestiegen. Zeugen beschreiben die drei südländisch aussehenden Männer als mittelgroß - etwa zwischen 1,60 und 1,70 Meter - , zwei sollen zwischen 40 und 50 Jahren alt gewesen sein. Die Polizei hat in den Orten und der näheren Umgebung bis etwa 20.30 Uhr nach den Männern gefahndet, die Suche wurde am Sonntagabend aber eingestellt. Einer der Männer soll mit einem Bus in Richtung Fritzlar weitergefahren sein, aber auch die entsprechende Suche nach diesem Hinweis verlief ohne Erfolg. 

Wie Dieter Schwan, Sprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz, der die Bundespolizeidienststelle Kassel zugeordnet ist, sagte, wird am Montag damit begonnen, die Videoaufzeichnungen aus der Bahn auszuwerten. "Wir nehmen die Sache sehr ernst  - und müssen das auch in der heutigen Zeit", sagte er gegenüber der HNA. 

Züge werden überwacht

Die Aktion dauert nach Angaben der Bundespolizei über den Sonntagabend hinweg an. Weil sich die Äußerungen der Männer nicht auf einen Zug eingrenzen ließen, sei das Zugpersonal der anderen Verkehrsunternehmen entsprechend sensibilisiert worden. Zudem würden die Folgezüge, die in Richtung Frankfurt bzw. Treysa fahren, für den restlichen Abend überwacht.

Hier befindet sich der Bahnhof in Wabern:

Quelle: HNA

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