Er möchte den zweiten Blick des Betrachters wecken

Bonbonartige Farben und Figuren ohne Mimik:Stipendiat Robert Sturmhoevel in Willingshausen

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Arbeitet stets mit derselben Farbpalette: Stipendiat Robert Sturmhoevel stellt seine Werke ab Freitag, 24. November in der Kunsthalle in Willingshausen aus. Er lebt mit Frau Manuela und Sohn Benedikt im Hirtenhaus im Dorfkern von Willingshausen.

Willingshausen. Wieder einmal ist ein Stipendiat in Willingshausen zu Gast. Im Atelier der Kunsthalle arbeitet Robert Sturmhoevel (34) an seinen Werken.

Gemeinsam mit Ehefrau Manuela (29) und seinem zehn Monate alten Sohn Benedikt lebt er im Hirtenhaus im Dorfkern Willingshausens.

Besonders gut gefällt dem in Berlin geborenen Künstler, dass er Familie und Arbeit in neuer Form miteinander verbinden kann: „In Kassel habe ich weite Wege zwischen unserer Wohnung und dem Atelier. Hier muss ich nur einen kurzen Fußweg in Kauf nehmen und kann viele Stunden lang arbeiten und trotzdem zwischendurch nach Hause gehen“, sagt er. Teilweise arbeitet er bis zu zwölf Stunden am Tag im Atelier. Hierbei hält er sich an eine selbstvorgegebene Farbpalette. Seine Skizzen wirft er mit einem Beamer auf die Leinwände und beginnt dann dort die Arbeit mit Pinsel und Farbe.

Robert Sturmhoevel bezeichnet sich selbst als einen narrativen Maler und zeitgenössischen modernen Romantiker. In seiner Kunst will er nichts verarbeiten, sondern mit der Reaktion des Betrachters spielen: Ich buhle um den zweiten Blick der Betrachter, denn nur dann bleiben sie stehen und beschäftigen sich mit dem Bild genauer, erklärt er. Seine Arbeiten seien für jedermann gültig und funktionierten bei jedem. Hauptsächlich arbeitet der 34-Jährige mit Acrylfarben auf Leinwand, die er mit Wasser in Verbindung bringt, wodurch Farbeffekte entstehen und dem Bild den besonderen Sturmhoevel Charakter verleihen.

Kunsthalle Willingshausen: Robert Sturmhoevel stellt seine Werke ab November aus.

Wie auch bei seinem „Melancholiker“ behandeln seine Werke häufig das innere Kind zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr. Sturmhoevel arbeitet mit kindlichen Figuren, ohne ihnen dabei ein Gesicht zu verleihen: „Mimik ist viel zu deutsam, um eine Atmosphäre herzustellen, braucht es kein Gesicht“, erläutert er. Mit seiner Kunst möchte Robert Sturmhoevel Geschichten konstruieren und diese gleichzeitig allgemein halten, damit sie für jeden Betrachter unterschiedlich funktionieren können. Er arbeitet mit selbst gebauten Pinseln aus Bürsten und einem Besen.

Seine Farben haben einen bonbonartigen Charakter, sie erscheinen fast lecker. Gleichzeitig versetzt er die Figuren seiner Bilder in unschöne oder beklemmende Situationen, sodass ein Spiel zwischen Gut und Böse entsteht, das seine Kunst spannend wirken lässt.

Auch Schwälmer Landschaften haben es in seine Bilder geschafft, denn er selbst verbindet mit dem Horizont in der Schwalm etwas besonderes: „Ich bin Großstädter, für mich war ein Horizont noch niemals zuvor so präsent wie hier in Willingshausen“, verdeutlicht er.

• Die Ausstellung von Robert Sturmhövel beginnt am Freitag, 24. November, in der Kunsthalle Willingshausen.

Quelle: HNA

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