„Eine Nummer zu groß für uns“

Borken-Plan stößt auf Ablehnung: Parlament lehnt Siedlungsrahmenkonzept ab

Eine der wertvollen Borkener Ressourcen: der Singliser See.
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Eine der wertvollen Borkener Ressourcen: der Singliser See.

Borken – Man musste in der Borkener Parlamentssitzung nicht auf den Kalender schauen, um zu merken, dass im September die Borkener Bürgermeisterwahl ansteht: Der Antrag der SPD-Fraktion, ein Siedlungsrahmenkonzept zu entwickeln, war kurz, die Diskussion im Parlament lang und heftig. FWG und CDU, die beide Amtsinhaber Marcel Pritsch in seiner Kandidatur unterstützen, lehnten die Idee eines großen Konzepts für Borken vehement ab.

„Das ist eine Nummer zu groß für uns“, sagte Rüdiger Staffel (FWG): „Wir sollten uns an dem orientieren, was vor uns liegt.“

Die SPD hatte mit dem Siedlungsrahmenkonzept den Baustein für die planerische und gestalterische Entwicklung Borkens legen wollen, so Carsten Schletzke in der Antragsbegründung. Die Flächen seien knapp. Nicht nur für Siedlungen, sondern auch für Erholung, Landwirtschaft, erneuerbare Energien, Straßen, Stromtrassen, Radwege. Jetzt gelte es, private und gewerbliche Ansiedlungen flächensparend und nachhaltig zu gestalten: Das Konzept könnte Rahmen und Basis für Leitziele und Strategien künftiger Siedlungsentwicklung sein, so Schletzke.

Die Idee lese sich auf den ersten Blick gut, sei aber ein „nicht-borkenspezifischer, unsortierter und unreflektierter thematischer Rundumschlag“, so Wolfgang Bauer (CDU). Borken habe Aufgaben wie Brücken, Kreisel, Hallenbad und Kita-Bauten zu stemmen, das sei der kommunale Masterplan. Dem beantragten Siedlungsrahmenkonzept drohe das, was allen oberflächlichen Plänen drohe: in der Schublade zu verschwinden. Man müsse all die Ideen planen, sichten, sortieren, dann könne sich die Politik unterhalten, so Wolfgang Bauer. Es sei einfach, einen solchen Antrag zu stellen, aber der sei einfach zu umfangreich, gab Horst Simmen (FWG) zu bedenken. „Ein solches Konzept erstellt sich ja nicht von allein.“

Man diskutiere aber immer nur über Mosaikbausteine, so Carsten Schletzke: „Wir vermissen einen Plan für Borken. Wir haben keinen – und das ist unser Problem.“

Bürgermeister Marcel Pritsch verwies aufs Siedlungsmanagement der Leader-Region Schwalm-Aue, das sich ebenfalls mit dem Flächenverbrauch beschäftige: „Wir werden nicht noch einen weiteren Ball aufs Feld spielen“, so Pritsch. Die Stadt müsse die Gewerbegebiete betrachten, versuchen, gute Firmen anzusiedeln, leer stehende Ortskerne zu beleben, die wertvolle Ressource Fläche vernünftig zu nutzen. All das sei eine große Aufgabe, die enorme Kräfte in der Verwaltung binde. Der Antrag wurde mit 20 zu 13 Stimmen abgelehnt.

Von Claudia Brandau

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