Ab morgen: „Engel berühren die Seele“ – Museum und evangelische Gemeinde zeigen Holzskulpturen

Boten des Himmels steigen hinab

Haben die Werke im Museum und der Kirche in Trutzhain aufgehängt: Kuratorin Rada Miteva und ihr Mann Messelin Mitew aus Borken mit einer der Holzskulpturen des bulgarischen Künstlers. Foto: Rose

Trutzhain. „Engel berühren die Seele“ – so lautet der Titel einer Ausstellung des bulgarischen Künstlers Angel Gottfried Stefanov, die bis Ende November in der Gedenkstätte und Museum Trutzhain sowie in der evangelischen Kirche zu sehen sein wird.

Museum und Kirchengemeinde haben die Holzskulpturen in die Schwalm geholt, kuratiert wird die Ausstellung von der Borkener Philologin Rada Miteva. Morgen ist Eröffnung.

Museum und Kirchengemeinde haben die Holzskulpturen in die Schwalm geholt, kuratiert wird die Ausstellung von der Borkener Philologin Rada Miteva. Morgen ist Eröffnung (siehe Hintergrund).

Angel Gottfried Stefanov ist ein anerkannter Meister in seinem künstlerischen Fach, der Holzschnitzerei. Seine Kunst führt die Tradition der alten bulgarischen Altarwand-Künstler aus dem 14. Jahrhundert fort. Mit der Gestaltung von Wandverkleidungen, Wanddekorationen und Holzplastiken hat sich der Künstler aus Sofia einen Namen gemacht. „Die Ausstellungen in Italien, Griechenland, Schweiz, Frankreich und in den letzten Jahren verstärkt in Deutschland sprechen für die künstlerische Aktivität von Stefanov und die Suche nach Kommunikation mit Menschen unterschiedlicher Kulturen“, erklärt die Kuratorin. Das geistige Band, materialisiert und visualisiert durch das Kunstwerk, könne Menschen unterschiedlicher Nationen miteinander verbinden. Als Material wählt Stefanov Holz: Holz, das atmet und in seiner Organik und Wärme gleichzeitig eine Magie ausstrahlt. Ausgangspunkt für die Holzskulpturen ist eine Astform. „Kunst ist für ihn nichts Künstliches, sondern etwas Natürliches“, sagt Miteva. Aus der authentischen geschwungenen Form des Astes gelinge es dem Künstler, die Seele, den Geist herauszuarbeiten und diese – als Materie für den Betrachter sichtbar werden zu lassen. „Stefanov bringt das Holz zum Leben, entreißt es aus seiner Statik“, verdeutlicht die Kuratorin.

Zauber der Schöpfung

Den Zauber der Schöpfung haben alle Engelsfiguren von Stefanov inne. Als Himmelswesen seien sie der Erde so nah und doch ganz klar zum Himmel gehörend. „Gerade diese Spannung macht ihre Faszination aus“, erläutert die Borkenerin. Engel seien Boten Gottes, Mittler zwischen Gott und den Menschen. Die ausgestellten Engelfiguren, die in ihrer künstlerischen Gestaltung an die orthodoxe Ikonenmalerei erinnerten, seien in ihrer Form eine bemerkenswerte Erfindung des Künstlers. Stefanov interpretiere sie jedoch in einer modernen, stilisierten Formensprache ohne störende Details.

Dabei geht der Künstler auf die Mittlerrolle der Engel durch das Kreieren einer besonderen Form ein. „Die Engel mit ihren in die Höhe ragenden Flügeln sind im Augenblick vor ihrem Landen auf der Erde dargestellt – kurz vor dem Berühren des Bodens“, sagt Miteva. Stefanov wolle wichtige Botschaften vermitteln ohne zu belehren.

„Stefanov hat sein Ziel erreicht, wenn der Mensch vor seiner Arbeit steht und sein Herz öffnet. Auch wenn er nicht alles versteht, so wird er die Engel trotzdem lieben – weil er das Licht, die Sonne und den Geist darin erkennt“, sagt Rada Miteva.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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