100. Geburtstag

Knoop-Schellbach brachte Kunst ins Dorf

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Sie sah selbst aus wie ein Kunstwerk: Ihre Kleidung bestickte und bemalte Margret Knoop-Schellbach selbst.

Lobenhausen. Sie hat ganz Lobenhausen in ihren Bann gezogen: Die Kunst von Margret Knoop-Schellbach prägt den Körler Ortsteil bis heute. Am Samstag wäre die Künstlerin, die 2004 gestorben ist, 100 Jahre alt geworden. Die Lobenhäuser erinnern sich noch immer gern an die außergewöhnliche Frau.

„Sie hat die Menschen begeistert“, sagt Christiane Schuth (53), deren Mutter Irma Schüler Küsterin in Lobenhausen war und Margret Knoop-Schellbach gut kannte. „Ihre Einstellung war: Jeder ist wichtig“, schildert Schuth.

Margret Knoop-Schellbach gestaltete Anfang der 80er Jahre - damals war sie schon fast 70 Jahre alt - die Kirche der Seligpreisungen in Lobenhausen. Unterstützt wurde sie dabei von den Bewohnern des Ortes. Außerdem richtete Knoop-Schellbach im Körler Rathaus ein Museum mit ihren Werken ein, das vor einigen Monaten nach Lobenhausen umgezogen ist.

Knoop-Schellbach war eine ungewöhnliche Erscheinung: Mit ihrer selbstbestickten und -bemalten Kleidung ähnelte sie selbst einem Kunstwerk. Und sie machte auch aus allem Kunst: „Selbst aus einer Blechdose, die sie auf der Straße fand“, erinnert sich der 76-jährige Heinrich Schmoll, der heute das Knoop-Schellbach-Museum betreut und Vorsitzender des Fördervereins für die künstlerische Ausgestaltung der Lobenhäuser Kirche ist.

Während der Arbeiten in der Lobenhäuser Kirche von April bis November 1981 wohnte die Künstlerin im Pfarrhaus in Grebenau, verbrachte aber viel Zeit mit den Menschen in Lobenhausen. „Wenn sie bei jemandem klingelte und sagte, heute esse ich bei dir, dann konnte man einfach nicht nein sagen“, sagt Schmoll. „Sie war da sehr dominant.“

Zugleich war Margret Knoop-Schellbach auf ihre Art bescheiden: „Sie war eine zutiefst fromme Frau und voller Dankbarkeit für die Gabe, die Gott ihr geschenkt hatte“, sagt Reinhard Heubner, der damals Pfarrer war. Die Gestaltung der Lobenhäuser Kirche war ihre Art, sich bei Gott zu bedanken. Mit diesem Vorhaben stieß sie auch auf Skepsis: „Die Leute haben gedacht, die spinnt“, sagt Heubner. Das habe sich aber geändert, sagt Marianne Wölling, die früher das Knoop-Schellbach-Museum in Körle betreut hat. „Wir sind stolz darauf, dass sie hier gewirkt hat.“

• Termine: Das Margret-Knoop-Schellbach-Museum in Lobenhausen ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In der Kirche der Seligpreisungen finden regelmäßig Konzerte statt. Am Sonntag, 10. November, um 20 Uhr spielt das Trio Montano Musik von Friedrich Kiel, Schnyder und Rachmaninov.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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