Seit gestern ist am Schwalmgymnasium wieder Unterricht – Achtklässler ausgelagert

Brandferien sind zu Ende

Geschottert: Links neben den Fünftklässlern Maximilian Ries, Artjom Pucha Tom Lemanzick (von links) stand vor elf Tagen noch der Fachtrakt, ganz links ein Blick in die Mensa. Fotos:  Rose

Treysa. Nach einer ganzen Woche „Brandferien“ hat gestern der Unterricht für die Schwalmgymnasiasten der Klassen 5 bis 11 wieder begonnen. Lediglich für die Abiturienten und die Jahrgangsstufe 12 hatte die unterrichtsfreie Zeit nach dem Brand nur drei Tage gedauert: Sie hatten zwischenzeitlich in der Nachbarschule im Treysaer Ostergrund Asyl gefunden, doch auch sie sind seit gestern wieder in ihrem Gymnasium.

Dort sind die Spuren des Feuers vom vorvorigen Samstag noch immer unübersehbar. Noch immer zieht ein leichter Qualmgeruch durch die Gebäude, verkohlte Stellen auf dem Asphalt künden von herabgefallenen Trümmern.

Für Schüler und Lehrer begann der Tag mit einer Vollversammlung auf dem Schulhof. „Uns ging es darum, einen positiv gestimmten Startpunkt zu setzen und alle zu sensibilisieren, in Zukunft ein wenig enger zusammen zu rücken“, sagte der kommissarische Schulleiter Frank Siesenop. Mindestens ein Jahr werde die beengte Situation anhalten. Voraussichtlich im Mai beginnt der Neubau des Naturwissenschaftstraktes. Geplant und vorgestellt war er schon Wochen vor dem Großfeuer.

Sechs Fachräume fehlen

In der vergangenen Woche wurden alle Klassenräume von Grund auf gereinigt, durch die Hitze zerborstene Scheiben wurden erneuert. „Aber es fehlen uns jetzt sechs Fachräume“, erklärte Siesenop. Deshalb müssen sieben 8. Klassen ihre Räume aufgeben: Sie werden bis auf weiteres in der 800 Meter entfernten Schule im Ostergrund unterrichtet. „Die größte Schwierigkeit stellt der Informationsfluss dar. Viele Lehrer müssen pendeln“, erläuterte Siesenop. Trotzdem ist die Schulleitung zufrieden mit dieser Übergangslösung: „Die Unterstützung der Nachbarschule ist Gold wert. Wir können ja dort auch die Ausstattung nutzen.“

Als Alternative dachten Schulleitung und Kreisverwaltung über den Aufbau von Containern auf dem gegenüber liegenden Gelände Haaße-Hügel nach, „aber das wäre dann der dritte Schulstandort gewesen“. Jedenfalls, so Siesenop, sei der Optimismus zurück. „Am Anfang steht man einfach nur ohnmächtig da. Aber seit Mitte voriger Woche hat sich viel getan, die Lehrer haben zum Beispiel begonnen, das vom Feuer vernichtete Material neu zu bestellen“, erklärte Siesenop.

Stimmung wieder gut

Auch die Stimmung der 280 Schüler, die jetzt im Ostergrund unterrichtet würden, schätzt er als positiv ein. „Unsere Schüler haben den Schulleiter dort mit Applaus begrüßt. Ich glaube, die meisten sind doch ganz froh, dass die unfreiwilligen Ferien jetzt vorbei sind.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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