Brandschützer im Wolfhager Land sehen "Cold Water Challenge" kritisch - Wolfhager Wehren nicht dabei

Wolfhager Land. Die Feuerwehren des Wolfhager Landes, aber auch anderen Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) diskutieren derzeit über einen Internet-Trend - die sogenannte "Cold Water Challenge".

Dabei drehen die Teilnehmer jeweils einen kurzen Videoclip mit einer kreativen Aktion. Anschließend nominieren die Akteure bis zu drei weitere Organisationen, die nachziehen müssen. Falls diese innerhalb von 48 Stunden kein Video liefern, müssen sie für die Wehr, von der sie nominiert wurden, eine Grillparty organisieren.

Der Trend, der ursprünglich aus den USA stammt, ist jedoch bei vielen Wehren umstritten. So hat der Wolfhager Stadtbrandinspektor Frank Brunst den Feuerwehren der Stadt die Teilnahme an der Aktion untersagt. „Die Ausrüstung ist städtisches Eigentum und für den Einsatz bestimmt“, so Brunst. „Es besteht die Gefahr, dass etwas beschädigt wird. Zudem ist es eine Verschwendung und einfach übertrieben.“

Auch Andreas Kuntze, Gemeindebrandinspektor von Bad Emstal, und der Zierenberger Stadtbrandinspektor Jörg Staginnus sehen den Trend kritisch: „Man sollte sich gut überlegen, wie man sich darstellt“, so Staginnus. Weiterhin bestehe bei den Aktionen kein Versicherungsschutz.

Die Spaß-Videos sind im Versicherungsrecht dem privaten Bereich zuzuordnen und stehen damit nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, teilten die Unfallkassen unlängst mit.

Auch das hessische Innenministerium und der Landesfeuerwehrverband erklären: „Wir raten dringend von Aktionen ab, bei denen eine Gefährdung von Personen in Kauf genommen, Ausstattung zweckentfremdet oder das Ansehen der Feuerwehren geschädigt wird“.

Dennoch haben sich in den vergangenen Wochen mehrere Wehren aus dem Wolfhager Land beteiligt, unter anderem in Zierenberg und Oberelsungen.

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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