Brandserie Weißenthalsmühle: Verteidiger will Staatsanwalt als Zeugen hören

Kassel/Niedenstein. Der Prozess um die Brandserie Weißenthalsmühle ist immer wieder für Überraschungen gut: So hat es in der vergangenen Woche noch einmal eine Durchsuchung gegeben.

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Von diesen neuen Ermittlungen betroffen war ein Architekturbüro, das für die Mühlenbesitzer tätig geworden war. Die Polizei nahm einen Aktenordner mit und kopierte Computerdaten.

Grund der Aktion: Die Staatsanwaltschaft findet einen Bauantrag auffällig, bei dem es um den Wiederaufbau des kleinen Wohnhauses auf dem Campingplatz-Anwesen geht. Das Häuschen war im Dezember 2010 abgebrannt. Im Januar 2011 brannte dann noch eine Scheune plus Sanitärgebäude.

Dass schon am 24. Februar 2011 ein Antrag vorlag, der einen Einbau neuer Sanitäranlagen in das wiederaufzubauende Häuschen vorsah, findet die Staatsanwaltschaft scheinbar ziemlich flott. Ihr Verdacht: Der Architekten könnte schon vor dem Brand mit der Planung beauftragt worden sein.

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Die Unterlagen im beschlagnahmten Aktenordner bestätigen diesen Verdacht wohl aber erstmal nicht. Jedenfalls erklärte der Staatsanwalt dieses Material am Montag für „nicht beweiserheblich“. Die Computerdateien werden noch ausgewertet.

Die 3. Strafkammer will sich die Akten selbst noch einmal ansehen. Überlegen muss sie außerdem, ob sie den Staatsanwalt und eine Richterin aus Fritzlar auf den Zeugenstuhl laden will. Das nämlich hat der Verteidiger des Angeklagten Jürgen K., Marcus Mauermann, beantragt.

Das Ganze soll offenbar Überlegungen entkräften, Jürgen K. könne seine Aussagen womöglich nicht gänzlich unbeeinflusst gemacht haben. Bewiesen werden soll - grob zusammengefasst - dass K. „zu keiner Zeit“ vom Staatsanwalt oder der Richterin in Aussicht gestellt wurde, er komme aus der Untersuchungshaft frei, falls er ein Geständnis ablege und die Mitangeklagten Volker G. und Corinna S. belaste.

Für wie glaubwürdig das Gericht die Aussagen von Jürgen K. hält, spielt für den Ausgang des Prozesses eine entscheidende Rolle. K., ein Bekannter der Mühlenbesitzer, hat gestanden, die Brände 2010 und 2011 gelegt zu haben. Er gibt aber an, Volker G. habe ihn damit beauftragt, um Geld von seiner Versicherung kassieren zu können.

Der Prozess wird am Freitag, 14. Dezember, fortgesetzt.

Von Katja Schmidt

Quelle: HNA

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