Früherer HNA-Redakteur Rainer Gießmann ist tot

Er brannte für den Journalismus

Rainer Gießmann

Schwalm-Eder. Er stand immer unter Dampf – im übertragenen wie im eigentlichen Sinne des Wortes. Wer den HNA-Journalisten Rainer Gießmann erlebte, der fand ihn meist mit einer Zigarette, vor allem aber stets bis über beide Ohren in eine Recherche vertieft. Am Sonntag ist Rainer Gießmann nach langer, schwerer Krankheit in Kassel gestorben, wo er seit seiner Pensionierung im Jahre 1998 mit seiner Ehefrau Helga lebte. Im April war er 73 Jahre alt geworden.

Rainer Gießmann, der für die HNA unter dem Kürzel (g) schrieb, lebte nach dem Motto, dass ein Journalist 24 Stunden am Tag im Dienst ist. Er hat sich nie geschont, hat immer gebrannt für diesen Beruf, der ihn 1982 in den Schwalm-Eder-Kreis und nach Homberg führte, wo er lebte und die Kreisredaktion leitete.

Experte für Kreispolitik

Die Kreispolitik kannte er wie kein Zweiter, und wenn es wieder einmal etwa Neues gab über die damals umstrittene Mülldeponie, dann konnte man sicher sein, das sich das Thema großzügig im Blatt wiederfand.

Rainer Gießmann gab klar die Richtung vor, in die die HNA-Redaktionen im Schwalm-Eder-Kreis zu steuern hatten, wer aber mit Problemen kam und einen Rat suchte, fand stets ein offenes Ohr und einen warmherzigen Gesprächspartner.

Im Alter von 43 Jahren übernahm Rainer Gießmann 1982 die Leitung der HNA-Redaktion in Homberg und 1995 auch die Ressortleitung für die Schwalm-Eder-Ausgaben sowie die Lokalredaktion Rotenburg. Eine bewegte berufliche Karriere lag da bereits hinter ihm. Nach einem Volontariat bei der früheren Kasseler Post hatte er in der Lokalredaktion Kassel gearbeitet. Von 1971 bis Ende 1974 leitete er die Göttinger Allgemeine, war anschließend stellvertretender Leiter der Kasseler Stadtausgabe der HNA und ging 1977 als Chef der dortigen Lokalausgabe nach Hann. Münden.

Passionierter Tänzer

Prägend war auch seine Tätigkeit in der Region-Redaktion der HNA, wo mit viel Hintergrund-Recherche Reportagen aus dem Verbreitungsgebiet entstanden.

In der knapp bemessenen Freizeit gehörte die Leidenschaft von Rainer und Helga Gießmann dem Tanzen im Kasseler Rot-Weiß-Club. Seine Tanzstunden immer dienstags waren ihm heilig. Die Kollegen verstanden das und übernahmen dann eventuelle Abendtermine.

Sein Faible fürs Tanzen bescherte Homberg auch eine herausragende Veranstaltung: den Homberger Märchenball, mit dem Spenden für den Homberger Märchenbrunnen gesammelt wurden. Mit ganzer Leidenschaft setzte er sich auch für dieses Projekt ein – so wie ihn seine Kollegen stets kannten. (hro) Foto: Archiv

Quelle: HNA

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