Brauereihof wurde zur Gefahrenzone

Versorgung der Verletzten: An einer provisorischen Dekontaminationsstelle wurden die Verunglückten, dargestellt durch Puppen, mit Wasser gereinigt. Danach kümmerte sich der Rettungsdienst um die Opfer. Foto: Grenzebach

Malsfeld. Eine Gefahrgutübung auf dem Gelände der Brauerei sorgte am frühen Freitagabend für Aufsehen in Malsfeld. Feuerwehrleute aus der Kerngemeinde, aus Beiseförth, Dagobertshausen und Elfershausen sowie die Mitglieder des Gefahrenstoffzuges aus Melsungen, Schwarzenberg und Röhrenfurth waren in kürzester Zeit am Einsatzort. Unterstützt wurden sie vom DRK-Ortsverband Melsungen.

Unter der Leitung von Malsfelds Gemeindebrandinspektor Oliver Garde war die Übung von langer Hand vorbereitet, aber nicht angekündigt worden. Das Zusammenspiel der örtlichen Feuerwehren mit den Spezialkräften für Gefahrengut sollte durchgespielt werden. 65 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Übung.

Folgendes Szenario lag der Übung zugrunde: Auf dem Gelände der Brauerei war bei Reparaturarbeiten eine Leitung beschädigt worden. Ammoniak trat aus. Drei Menschen, dargestellt durch Puppen, galten als verletzt.

Die Feuerwehren Malsfeld, Beiseförth, Dagobertshausen und Elfershausen kümmerten sich um die Verletzten und bauten die Löschwasserversorgung auf. Parallel wurden schon Verletzte aus der Gefahrenzone geholt und zur Notdekontamination gebracht.

Nun waren die angeforderten Spezialkräfte aus Melsungen, Schwarzenberg und Röhrenfurth gefordert.

Bekleidet mit ChemikalienSchutzanzügen drangen vier Leute bis zum eigentlichen Unfallort vor. Dort dichteten sie die Ammoniak-Leitung ab, verschlossen die Kanaleinläufe und schlugen mit Wasser die Ammoniakdämpfe nieder. Schließlich wurde das Löschwasser abgepumpt, um Umweltschäden zu verhindern.

Nachdem sie die Gefahrenzone verlassen hatten, mussten sich auch die Spezialkräfte einer Reinigung unterziehen. An der Dekontaminationsstelle wurden sie von ihren Kollegen mit Wasser, Reinigungsmitteln und Bürsten gesäubert. Die Anzüge wurden in Säcken gesammelt und entsorgt.

Die Übung ging bis spät in den Abend, und der Einsatzort musste sogar noch ausgeleuchtet werden. Immer dabei war Übungsleiter Frank Nuhn, der die Situationen kritisch beobachtete und mit Fotos dokumentierte, um mögliche Fehlerquellen im Rettungsablauf zu entdecken.

„Die Übung basiert auf einem realen Gefahrenguteinsatz im vergangenen Jahr im Gewerbegebiet Ostheim, wo wir gemerkt haben, dass einige Dinge noch zu verbessern sind“, sagte Oliver Garde. Mit dem Ergebnis war er am Freitag zufrieden.

Quelle: HNA

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