Unternehmen schüttete Ernährungslösung in die Kanalisation

Gestank aus den Kanälen nach Sauerkraut: B. Braun ist verantwortlich

Melsungen. Tagelang hat es in Teilen von Melsungen gestunken. Der Grund für den schwefelartigen Geruch wurde am Mittwoch gefunden: Eine vom Medizintechnikhersteller B. Braun in die Kanalisation eingeleitete Ernährungslösung ist verantwortlich.

Viele Menschen hatten sich zuletzt besorgt in sozialen Netzwerken zum starken Geruch geäußert, Wie Untersuchungen bei B. Braun ergaben, ist eine größere Abwassermenge entstanden und in die Kanalisation geleitet worden. Dies geschah beim Produktionsstart des Werks Life Nutrition in den Pfieffewiesen. Am Samstag sind demnach etwa 13 000 Liter und am Dienstag weitere 5000 Liter eingeleitet worden. Nach Aussage des Unternehmens ist dies eigentlich ein Routineprozess. Bei der Einleitungen halte man sich aber immer an die Abwassersatzung der Stadt Melsungen. Eine Gefährdung von Mensch und Umwelt lag zu keiner Zeit vor, heißt es von B. Braun. Da die erhöhte Abwassermenge mit dem Anlaufen der neuen Produktion in Zusammenhang gestanden habe, sei ein erneutes Auftreten nicht zu erwarten. 

Die Ernährungslösungen, die im Werk Life produziert werden, bestehen zu einem großen Teil aus Aminosäuren. Diese Eiweißbausteine haben in Verbindung mit Sauerstoff die Gerüche entwickelt, die an alte Kohlsuppe oder Sauerkraut erinnerten. Diese Lösungen dienen der speziellen Ernährung von kranken Menschen. Als gefährlich deklarierte Stoffe fallen bei Produktionsprozessen von B. Braun in Melsungen laut Unternehmen nicht an. Stoffe, die die Kläranlage nicht ohne Weiteres verarbeiten könnte, würden gesondert entsorgt. Die Kläranlage sei in den vergangenen Tagen unter Volllast gelaufen, sagt Bauamtsleiter Martin Dohmann. Sie sei grundsätzlich aber ausreichend dimensioniert.

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Quelle: HNA

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