Hochwasserschutz und Renaturierung – Breites Bett für die Esse

+
Idyll: Auch diese Fläche zwischen Spangenberg und Schnellrode gehört zu den Bereichen, die künftig als natürliches Rückhaltebecken bei Hochwasser dienen soll.

Spangenberg. Dem Hochwasserschutz und der ökologischen Strukturverbesserung soll die naturnahe Umgestaltung am Oberlauf der Esse bei Spangenberg und Schnellrode dienen. Das Projekt soll so schnell wie möglich in Angriff genommen werden.

Vom Land wurde bereits ein Zuschuss von gut 200.000 Euro genehmigt. Staatssekretär Mark Weinmeister hat am Donnerstag den Bewilligungsbescheid an Spangenbergs Bürgermeister Peter Tigges übergeben.

Das Projekt soll insgesamt 313.000 Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei knapp 100.000 Euro. Daran beteiligen sich Spangenberger Unternehmen mit 20.000 Euro, die im Zuge ihrer Neubauten sogenannte Retentionsräume nachweisen müssen.

Retentionsräume sind die an den Flüssen und Bächen seitlich gelegenen Flächen, auf denen sich bei Hochwasser das Wasser ausbreiten und ansammeln kann. Es fließt dort nur noch langsam oder steht. Damit wird für die Unterlieger der Hochwasserabfluss verzögert und die Wasserstände werden verringert. So jedenfalls lautet die Definition des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie. In Spangenberg sind drei Betriebe davon betroffen. Mit der Umgestaltung von Teilen des Esseufers betraut wurde das Kasseler Büro Wagu Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung. Vier Hektar Fläche hat die Stadt bei Spangenberg und Schnellrode von Anrainern gekauft, damit sich die Esse bei Hochwasser ausbreiten kann, berichtet Friedhelm Koch vom Stadtbauamt. Er ist mit der Organisation des Projektes betraut. Man habe sich vor allem um Flächen bemüht, die landwirtschaftlich nicht intensiv genutzt werden. Einige brachliegende Grundstücke in Ufernähe seien ohnehin schon mit seltenen ökologisch wertvollen Pflanzen bewachsen, berichtet Koch.

Jetzt gelte es, mit möglichst geringem Eingriff viel Fläche für das Hochwasser der Esse zu schaffen. Das bedeutet: Es wird vor allem Erde bewegt. Mulden werden angelegt, Uferhöhen geringfügig abgetragen. „Wir gehen davon aus, dass wir durch die Erdarbeiten bis zu 1000 Kubikmeter Wasser vorübergehend zurückhalten können“, erklärte Koch. Davon profitieren vor allem die Anrainer, die unterhalb der Renaturierungsflächen liegen, wie zum Beispiel die Mörshäuser.

Koch kann sich auch vorstellen, dass die neu gestalteten Flächen touristisch genutzt werden können, zum Beispiel mit Aussichtspunkten auf das dann neue ökologisch wertvolle Rückzugsgebiet für Tiere.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare