Brennholzhof: Zurzeit wird sechstes Gutachten zur Asbestfrage erstellt

Um diese Hallen geht es: Das Foto zeigt Dachdecker Martin Wöller (links ) und Manfred Möller-Sauter vom Forst- und Umweltdienstes. Die Frage, ob die Hallen im Hintergrund Asbestrückstände aufweisen, ist noch nicht geklärt. Die Bauaufsicht des Landkreises hat vorsichtshalber für einen Teil ein Nutzungsverbot ausgesprochen . Archivbild:  Rohde

Schwalm-Eder. Der Streit nimmt kein Ende. Die Frage, ob bei der Dachsanierung der Hallen am Homberger Brennholzhof im Mai Asbestfasern freigesetzt wurden, beschäftigt seit Monaten Experten, Mieter, Behörden und den Eigentümer, den Forst- und Umweltdienst Schwalm-Eder.

Der Klärungsbedarf ist enorm: Mittlerweile ist bereits das sechste Gutachten in Arbeit. Bis dahin hat die Bauaufsicht jetzt ein Nutzungsverbot für einen bestimmten Abschnitt der Hallen ausgesprochen. Die vier Mieter dürfen ihn solange nicht betreten.

Der Forst- und Umweltdienst hatte im Frühjahr die Dachsanierung vom Architekten planen und von einer Firma erledigen lassen. „Wir waren der Meinung, dass alles seine Richtigkeit hat“, sagt Horst Abel, Beiratsvorsitzender des Forst- und Umweltdienstes Schwalm-Eder.

Zumindest so lange, bis ein Mieter den Vorwurf erhob, dass es bei der Sanierung zu einem schweren Umweltdelikt gekommen sei: Dabei seien Asbestfasern freigesetzt worden, zudem habe die Firma die Voruntersuchung erst nach Abschluss der Dacharbeiten in Auftrag gegeben. Der Mieter ließ ein Gutachten erstellen. Dessen Ergebnis: Die Halle weise Asbestrückstände auf.

Das wollte der Forst- und Umweltdienst nicht glauben und vergab im August den Auftrag für Raumluftmessungen, der TÜV Rheinland wertete die Ergebnisse aus. Das Ergebnis: negativ. Daraufhin ging bei der Staatsanwaltschaft Kassel eine Strafanzeige gegen den Forst- und Umweltdienst ein. Daraufhin habe der Staatsanwalt dann im Oktober ein Gutachten beim Landeskriminalamt in Auftrag gegeben, berichtet Horst Abel. Fazit: auch dort wieder negativ.

Dennoch reißt die Kette der Expertisen nicht ab: Im Dezember legte eine private Initiative fünf Proben dem Institut Fresenius zur Untersuchung vor. Resultat: Alle fünf Proben wiesen Asbest auf. Mitte Januar sprach die Bauaufsicht ein Nutzungsverbot für einen Teilbereich der Hallen aus. Der Forst- und Umweltdienst gab ein weiteres Gutachten in Auftrag. Es ist mittlerweile das sechste, das zur Asbestfrage in den Hallen des Brennholzhofes erstellt wird. Anfang Februar soll das Ergebnis vorliegen.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare