Wolfhager Anlage soll auch Biogas für Kraftwerk an der Filchner-Schule liefern

Brennstoff ab Dezember

Baustelle vor den Toren Wolfhagens: Der Bau der Biogasanlage macht deutliche Fortschritte. Im Bild die beiden Gärbehälter, links das 90 Meter lange Silage-Lager. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Regenerative Energien spielen bei der Versorgung der Schulen im Landkreis schon seit Jahren eine Rolle. Die Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule, die auf ihren Dächern Solarstrom produziert und ins Netz einspeist, könnte in Kürze ihren Wärmebedarf zum Teil aus Biogas decken, das ganz in der Nähe der Schule in der gerade entstehenden Biogasanlage nahe der Ippinghäuser Straße hergestellt wird.

Kreisausschuss entscheidet

Laut Landkreissprecher Harald Kühlborn entscheidet der Kreisausschuss heute über den Abschluss eines Vertrags mit der Biogas Wolfhagen GmbH & Co. KG. Der Vertrag sieht vor, dass die GmbH neben der Schule ein Blockheizkraftwerk (BHKW) errichtet, das über eine Leitung von der Biogasanlage mit Brennstoff beliefert wird. Der im BHKW produzierte Strom wird ins Netz eingespeist, die Wärme für die Schule genutzt. 60 000 Euro betragen zurzeit die Heizkosten, die der Landkreis als Schulträger pro Jahr für die Gebäude der Filchner-Schule aufzubringen hat. Mit der Biogas-Unterstützung ließen sich bei den derzeitigen Energiepreisen 6000 Euro jährlich sparen.

Lager für 7000 Tonnen Mais

Bis dahin ist noch einiges zu erledigen, wobei die Biogasanlage unübersehbare Fortschritte macht. Das Silage-Lager ist bereits fertig. 90 Meter lang ist die Ablage, auf der Platz für bis zu 7000 Tonnen Energiemais ist. Auch zwei der drei großen Betonbecken sind bereits fertig: der Fermenter mit zirka 1800 Kubikmeter Fassungsvermögen und der Nachgärer mit 2400 Kubikmetern Volumen.

In beiden Becken wird aus Energiepflanzen wie Mais und Grünroggen sowie Mist und Gülle Gas produziert. Ende Oktober wird noch ein Lagerbehälter errichtet, erklärt Markus Holzhausen, Energiewirt Biogas vom Maschinenring Kassel. Bei ihm laufen an der Baustelle die Fäden zusammen.

Gasleitung zur Schule

Das Gas treibt die Blockheizkraftwerke an. Das BHKW auf dem gut ein Hektar großen Areal der Biogasanlage wird 200 kW Wärme und 265 kW Strom produzieren. Das Satelliten-BHKW an der Schule hätte die gleichen Leistungsdaten. Die Gasleitung zur Schule würde im Spül-Bohr-Verfahren unterirdisch verlegt. Streckenlänge: etwa 1,2 Kilometer, Bauzeit: drei bis vier Wochen.

Am 10. Dezember soll die neue Biogasanlage an der Ippinghäuser Straße ihren Betrieb aufnehmen, so Holzhausen, und mit der Produktion von Gas beginnen.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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