SOS aus der Breunaer Märchenlandtherme

Wasser marsch: Mit dem Sprühstrahl lässt sich die giftige Chlorgaswolke, die nach der Simulation aus einem Versorgungsschacht im Keller der Therme aufgestiegen ist, verdünnen und niederschlagen. Fotos:  Binienda-Beer

Breuna. Samstag wurde es für die Wolfhager Feuerwehrleute ernst. Tags zuvor hatte man noch mit den Breunaer Brandschützern ein Chlorgasunfall-Szenario an der Therme in Breuna durchgespielt.

Was wäre wenn... Die Feuerwehr in Breuna will auf jeden Ernstfall vorbereitet sein. Schwieriges Terrain für einen Einsatz bedeutet die Märchenlandtherme mit ihrem Dschungel aus Gängen, Räumen und technischen Anlagen. Grund genug für eine Einsatzübung hier im großen Stil, sagten sich Gemeindebrandinspektor Marc Döring und sein Stellvertreter Helmut Sauerland (Niederlistingen). Am Freitag wollten sie Klarheit und mobilisierten mehr als 80 Feuerwehrkräfte und DRK-Helfer.

Ein lauer Sommerabend. Plötzlich dringen vielfache Hilferufe über die Sichtschutzwände des Saunagartens auf die Straße. Kurz darauf steigt über dem Technikbereich der Therme eine (künstliche) Wolke auf. Um 19.04 Uhr heulen in Breuna die Sirenen.

Unübersichtliche Lage

Die ersten Feuerwehrfahrzeuge rollen an. Nach nur acht Minuten kann Betriebsleiter Willy Siebert, der den Notruf abgesetzt hat, Breunas Wehrführer Stefan Raabe persönlich die Lage schildern: ein Chlorgasunfall. BeiAnlieferung von Nachschub des ätzenden Stoffs ist ein Kanister umgestürzt und nun defekt, die gefürchtete Chemikalie tritt aus. Ansonsten eine unübersichtliche Lage, denn 25 Personen halten sich in der Therme an den verschiedensten Orten auf. Sie gilt es, schnellstmöglich zu finden und ins Freie zu bringen.

Der Wehrführer und Einsatzleiter muss nachalarmieren. Nun rückt auch der Gefahrstoffzug aus Wolfhagen aus, Rettungswagen des DRK aus Breuna und Wolfhagen rasen ebenfalls heran.

Während einige Feuerwehrmänner mit Wasser gegen die Chlorgaswolke vorgehen, wartet auf andere eine Kräfte zehrende Aufgabe: Mit schwerem Atemschutzgerät und in Chemiekalienschutzanzügen durchkämmen sie den Bade- und Gastronomiebereich, Sauna und Umkleidekabinen. In der schwülwarmen Schwimmhalle und im Wellnessbereich, der nur über Treppen erreichbar ist, kommen die Träger der grünen und orangenen Kunststoffanzüge mächtig ins Schwitzen.

Draußen beginnt unter Leitung von Dr. Volker Barth (Breuna), Notarzt im Feuerwehrdienst, die Erstversorgung der Verletzten. Als Sammelplatz dient der Schulhof der Braunsbergschule. Nach einer halben Stunde Entwarnung: Alle Besucher und Mitarbeiter der Therme sind in Sicherheit. Für die 25 Statisten, Jugendliche und Kinder aus Breuna, geht ein Ferienabenteuer dem Ende entgegen. Die DRK-Kräfte packen allmählich ein, die Feuerwehren auch. Der Gefahrstoffzug hat noch am meisten zu tun: Alle getragenen Anzüge müssen erst einmal in einem Spezialzelt dekontaminiert werden.

Kleine Schwachstellen 

Der Gemindebrandinspektor und sein Stellvertreter haben die Übung mit kritischen Blicken begleitet. Zeit, Fazit zu ziehen. Mit dem Ablauf sind sie grundsätzlich zufrieden, diese und jene Verbesserungsmöglichkeit haben sie dennoch entdeckt. Marc Döring: „Kleine Schwachstellen gab es. Aber die zu erkennen ist ja auch Sinn einer solchen Übung.“

Feuerwehren übten Ernstfall in Märchenlandtherme

Quelle: HNA

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