Die Bridge-Spieler der Melsunger Turngemeinde trainieren wöchentlich ihr Gehirn

Zocken mit Verstand: Kerstin Traut, Ursula Albrecht, Heidemarie Koppensteiner und Marta Tintera (von links) spielen jeden Dienstag Bridge im Vereinsheim der Melsunger Turngemeinde. Foto: Schleichert

Melsungen. Sie springen von einer Überlegung zur nächsten, gilt es doch, dem Gegner eine Länge voraus zu sein. Die Bridge-Spieler der Melsunger Turngemeinde trainieren Wendigkeit und Ausdauer. Denn das Kartenspiel ist ein Denksport.

Die Spieler sitzen im Vereinsheim der Turngemeinde, vier an einem Tisch. Sie schweigen, weil sich das für Denksportler gehört, und lassen die Karten sprechen: Die Spieler reihen, stapeln und drehen die Farben Pik, Coeur, Karo und Treff auf dem Tisch. Was auf der grünen Filzdecke passiert, verstehen nur Geübte.

„Das kann man lernen“, sagt Spartenleiterin Kerstin Traut, „aber nicht von heute auf morgen.“ Nach einem Jahr, so schätzt sie, beherrscht ein Spieler die wichtigsten Kniffe. Der Weg zum Bridge-Ass ist lang.

Junge Geschichte

Die Geschichte der Sparte ist, gemessen an der 150-jährigen Geschichte ihres Vereins, eine kurze: Sie beginnt vor etwa 25 Jahren in der Kasseler Volkshochschule. „Wir haben nach einer Herausforderung gesucht“, sagt Kerstin Traut, die sich zusammen mit Interessierten aus der Region anmeldete. Die Gruppe lernte das Spiel kennen und lieben.

1994, die Gruppe hat mal hier, mal dort gespielt, sucht sie nach einer dauerhaften Bleibe – und kommt im Vereinsheim der MT unter. Eine neue Sparte ist geboren. Ihr gehören mittlerweile 22 Spieler an.

Bridge ist Teil des Vereins. Während im Waldstadion Leichtathleten und andere Sportler trainieren, spielen die Bridgefreunde wenige Meter weiter ihre Karten aus.

Die Sportler, die in Trainingsanzügen das Vereinsheim passieren, nicken den Denksportlern zu. „Wir sind voll integriert“, sagt Kerstin Traut.

Nur die Karten klappern auf den Tischen. Solange herrscht Stille. Bridge ist kein Gesellschaftsspiel – und doch ein Teamspiel.

Neues Spiel, neue Gegner

Zwei spielen gegen alle. Wie Marta Tintera und Ursula Albrecht. In jedem Spiel begegnen sie zwei neuen Gegnern. „Das Spiel ist auch deshalb herausfordernd“, schwärmt Marta Tintera. Jedes Mal müsse sie ihre Strategie umstellen – auf neue Spieler und neue Karten. Termin: Am Samstag, 13. August, stellen sich die Bridgespieler und alle anderen Abteilungen der MT von 10 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz vor. Kontakt: Kerstin Traut, 05661/3521.

Quelle: HNA

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