Irmgard und Hans-Heinrich Rösler feiern heute Diamantene Hochzeit

Aus Briefen entstand Liebe

Das Jubelpaar: Irmgard und Hans-Heinrich Rösler auf ihrem Balkon. Foto: Grugel

Schnellrode. Ihre Liebe entstand aus einer Brieffreundschaft – und noch mit über 80 schreiben sich Irmgard und Hans-Heinrich Rösler immer zum Geburtstag Karten. Heute feiert das Ehepaar Diamantene Hochzeit.

Es ist weit über 60 Jahre her, als Hans-Heinrich Rösler dem Tipp seiner Mutter folgte und einer Freundin seiner Schwester mutig einen Brief schrieb. Nichts als ein Foto hatte er von Irmgard Paproth gekannt, als er den Namen ins Adressfeld schrieb. Aber sehr viel Lebenserfahrung hatte der gebürtige Pförtener hinter sich: eine Forstlehre, die Kriegszeit und über drei Jahre Gefangenschaft in Russland.

Aus der Gefangenschaft kehrte der heute 89-Jährige 1947 zurück. Allerdings suchte er die Zukunft nicht in seinem Geburtsort, sondern in Basthorst, wohin seine Eltern gezogen waren. Seine Briefe verließen also Schleswig-Holstein und kamen in Sachsen-Anhalt an. Dort arbeitete die heute 82-jährige Irmgard Rösler als gelernte Kindergärtnerin. Die Schwester ihres künftigen Mannes hatte sie auf einer Tagung kennen gelernt.

Die gebürtige Brandenburgerin hat die Briefe alle aufbewahrt. Anfangs schrieb sich das Paar Dinge aus ihrem Leben. Irgendwann wurde es ihr dann zu bunt: „Er ist im Westen, ich im Osten, dass kann nicht klappen“, dachte sie und schrieb es ihm. Seine Antwort war konsequent „Wenn Du mich nicht willst, hören wir ganz auf.“ Nun war es die neugierige Schwester von Irmgard, die einfach die Post las und sie überredete, einem so netten Briefeschreiber wie Hans-Heinrich nicht gehen zulassen.

Dann ging alles ganz schnell. Irmgard Rösler ging schwarz über die Grenze, besuchte ihren Brieffreund zehn Tage, und beim Gegenbesuch brachte ihr Zukünftiger Verlobungsringe mit. 1950 ließ Irmgard Rösler sich nachts über die Grenze bringen und fuhr mit ihrem letzten Geld nach Schleswig-Holsein – und 1951 war Hochzeit.

„Zu Anfang unserer Ehe sind wir rumzigeunert.“

Irmgard Rösler

„Zu Anfang unserer Ehe sind wir rumzigeunert“, sagt Irmgard Rösler und spielt damit auf die vielen Arbeitsstellen an, die Hans-Heinrich Rösler – inzwischen ausgebildeter Revierförster – anfangs besetzte, bis er 1959 in Schnellrode ein privates Waldgut mit Forst und Jagdpacht einer Dortmunder Brauerei übernahm, wobei seine Frau dem Arbeitsvertrag nach das Forsthaus zu verwalten und Gäste zu betreuen und zu bewirten hatte.

Seit über 30 Jahren wohnt das Jubelpaar inzwischen in einem eigenen Haus. Dort feiern Hans-Heinrich und Irmgard Rösler heute im kleinen Kreis, zu dem neben Freunden, Bekannten vor allem zwei Kinder und drei Enkel gehören.  (lgr)

Quelle: HNA

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