Guxhagener gedenken der Opfer des Novemberpogroms vor 75 Jahren

Brücke zur Gegenwart

Erinnerten und mahnten: Bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Novemberpogroms 1938 in Guxhagen sprachen von links Bürgermeister Edgar Slawik, der stellvertretende Vorsitzende der Gemeindevertretung, Hans-Georg Albert, der Leiter der Gedenkstätte Breitenau, Dr. Gunnar Richter und Pfarrer Frithjof Tümmler. Foto: Schaake

Guxhagen. Mit einer Gedenkfeier in der ehemaligen Synagoge erinnerte man in Guxhagen am Donnerstag an die ehemalige jüdische Gemeinde und an deren Verfolgung und Ermordung in der Zeit des Nationalsozialismus. „Gleichzeitig möchten wir eine Brücke zur Gegenwart schlagen, denn es geht um grundsätzliche Fragen des Umgangs von Menschen mit Menschen”, sagte der Leiter der Gedenkstätte Breitenau, Dr. Gunnar Richter.

„Es geht um grundsätzliche Fragend des Umgangs von Menschen mit Menschen.“

Dr. Gunnar Richter, Leiter Gedenkstätte Breitenau

Gemeinde, evangelische Kirchengemeinde und Gedenkstätte hatten zur Gedenkstunde eingeladen. Mindestens 99 Juden aus Guxhagen sind in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet worden, sagte Richter. Das Gedenken solle auch dazu beitragen, sich kritisch mit gegenwärtigen Formen von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen und für eine demokratische Gesellschaft einzutreten, betonte Richter: „Für Menschenwürde, Gleichberechtigung und Toleranz.”

Richter sprach von einer „Politik der Vertreibung”. Im Sommer 1933 lebten nur noch 158 Juden in Guxhagen: „Die einsetzende Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung sollte aus der Sicht der Nazis dazu führen, die Juden in Deutschland aus allen gesellschaftlichen Bereichen auszuschließen und sie dazu zu bewegen, Deutschland zu verlassen.” Die Juden seien zutiefst gedemütigt und als minderwertige Menschen abgestempelt worden.

33 der 49 jüdischen Einwohner, die noch in Guxhagen lebten, wurden im Dezember 1941 in das Ghetto Riga deportiert, fünf 1942 in das KZ Majdanek und das Vernichtungslager Sobibor. Die verbliebenen alten Menschen wurden nach Theresienstadt deportiert. WEITERE ARTIKEL

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Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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