Gemeindeparlament: Binsförther sind enttäuscht über schleppenden Planungsfortgang

Brückenbau dauert noch

Binsförth. Die Einwohner des Mörscher Ortsteils Binsförth müssen sich weiterhin in Geduld üben: Noch immer gibt es keinen klaren Zeitplan für den Neubau einer Brücke über die Fulda, die eine Direktverbindung zwischen Binsförth und der Bundesstraße 83 schafft. Wegen Baufälligkeit war die alte Brücke im Sommer 2009 gesprengt worden, seither müssen die Binsförther Umwege in Kauf nehmen.

Zwei Dutzend Dorfbewohner verfolgten am Donnerstag die Mörscher Gemeindevertretersitzung, um zu erfahren, was es Neues gibt. Ursprünglich hatten die Bauarbeiten für eine neue Brücke bereits im vergangenen März beginnen sollen. Doch Bürgermeister Herbert Wohlgemuth konnte am Donnerstag einstweilen nur von absehbaren Kostensteigerungen berichten. Und von Verzögerungen bei dem Ingenieurbüro, das die Ausschreibung vorbereiten soll.

Gutachten fehlt noch

Erforderlich sei noch ein Gutachten über die Eingriffe in die Landschaft und entsprechende Ausgleichsmaßnahmen, sagte Wohlgemuth. Die Frist für die Einreichung dieser Expertise laufe mit dem gestrigen Freitag ab. Wenn es dadurch Schwierigkeiten geben sollte, werde der Gemeindevorstand der Planungsfirma den Auftrag entziehen und ein anderes Büro beauftragen. „Ich bin es leid, mich an der Nase herumführen zu lassen“, sagte der Verwaltungschef.

Nach Wohlgemuths Angaben sind die veranschlagten Baukosten wegen weiterer behördlicher Auflagen von 750 000 auf 810 000 Euro angestiegen. Diese Differenz müsste wohl die finanziell klamme Gemeinde tragen, deren Eigenanteil damit von 41 000 auf 101 000 Euro steigen würde.

Kostendeckelung

Allerdings hatten sich die Mörscher Gemeindevertreter auf eine Kostendeckelung für den Brückenbau verständigt. Bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen wird zu diskutieren sein, ob die Fraktionen von dieser Linie abzuweichen bereit sind.

„Wir sind es den Binsförthern schuldig, ein Signal zu setzen“, meinte Uwe Ludwig von der FDP. Sozialdemokrat Günter Görke mahnte, dass die Selbstverpflichtung zur Sparsamkeit für alle kommunalen Bauprojekte gleichermaßen gelten müsse. Für die CDU forderte Heinz-Dieter Kaiser, anderswo nach Sparmöglichkeiten zu suchen, um die Mehrkosten beim Brückenbau zu kompensieren. Dazu sagte Bürgermeister Wohlgemuth, die für nächstes Jahr vorgesehene Sanierung der Paul-Frankfurth-Straße in Altmorschen werde sich wohl ohnehin verschieben, weil das Land Hessen kein Geld für den Ausbau der Landesstraße habe. Ansonsten hoffe er darauf, dass sich bei der Ausschreibung der Binsförther Brückenbauarbeiten noch eine Kostensenkung erreichen lasse. Auf jeden Fall müsse die Sache nun zügig weitergehen: „Wir schleppen uns nun schon das zweite Jahr herum mit diesem Brückenbau.“ (asz)

Quelle: HNA

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