Bründerserin Marita Ulken rettet zwei mutterlose Katzenbabys

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Im Dauereinsatz: Marita Ulken aus Bründersen füttert die Katzenbabys alle vier Stunden mit spezieller Welpenmilch.

Bründersen. Marita Ulken aus Bründersen zog ein Katzenbaby vor zwei Wochen halb verhungert aus ihrem Holzstoß. Es war dem Tod näher als dem Leben.

Am Abend hatte die 55-Jährige ein jämmerliches Geschrei in ihrem Garten gehört. „Als ob Raubvögel schreien“, sagt sie. Mit ihrem Mann ging sie auf die Suche und öffnete die Tür zum Holzschuppen. Da fiel ihr die kleine Katze, genannt Kitty, vor die Füße. „Die Katzenmutter konnte wohl nicht mehr zu ihrem Kleinen gelangen, weil es durchs Holz gerutscht war“, vermutet Ulken. Die tierliebe Frau fuhr daraufhin in den Supermarkt und holte eine Flasche mit Liebesperlen als Fläschenersatz und Katzenmilch. „Einen Tierarzt konnte ich nicht mehr erreichen.“ Auch wenn es nicht die optimale Welpennahrung war, schmatzte Kitty die halbe Flasche leer. „Das Tier wollte einfach leben“, meint Marita Ulken. Am nächsten Tag holte sie dann Spezialfutter für das erst zwei Wochen alte Katzenbaby.

Kitty trank gut und schlief sogar nachts fast durch. Zwei Tage später hörte Ulken beim Wäsche aufhängen wieder Schreie vom Holzstoß. Und tatsächlich fand sie ein weiteres Katzenbaby. Brüderchen Ole war völlig dehydriert, weil er noch länger als Kitty ohne Nahrung aushalten musste. Irgendwie hat auch er es geschafft.

Kurzclip: Katzenbabys trinken Milch

Mittlerweile sind die Babys vier Wochen alt und leben in einem großen Pappkarton im Wohnzimmer der Bründerser. Marita Ulken hat eine kleine Tür hinein geschnitten. Wenn das Duo wach ist, folgen sie ihrer Ersatzmama auf Schritt und Tritt. Auch das Mini-Katzenklo in einer Tupperschale wird schon benutzt. „Ich hatte keine andere Wahl, als die Kleinen zu retten.“ Die Tiernothilfe sei schon total überlaufen mit kleinen Katzen.

Die Geschichte ihrer Katzenbabys sei zwar rührend, habe jedoch einen ernsten Hintergrund: „Im ländlichen Raum werden die Katzen nur selten kastriert und sorgen ungehindert für Nachwuchs.“ Die vielen wilden Katzen seien in einem bemitleidenswerten Zustand. „Im Winter haben wir eine verhungerte Katze im Garten gefunden.“

Die Breunaer Tiernothilfe bestätigt die dramatische Situation. Die Pflegestelle in Zierenberg ist mit Katzenbabys überlaufen. Alle Katzenbesitzer sollten ihre Tiere kastrieren, um das Elend zu stoppen, apellieren die Tierschützer eindringlich.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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