Mit Brunnenwasser zur Fulda: Performance von Edwin Moes in Melsungen

Melsungen. Nicht eine einzige Silbe kam über die Lippen von Aktionskünstler Edwin Moes, als er am Freitagabend in Melsungen Brunnenwasser zur Fulda trug. Damit machte der 40-Jährige nach etlichen spektakulären Aktionen in der Vergangenheit in seiner Wahlheimat Melsungen einmal mehr auf sich aufmerksam.

„Das ist Kunst?“, fragte eine Frau, die am Haus des Künstlers vorbeiging, während der mit einem Korb gefrorener Rosenblüten und einem Koffer voll mit roten Stoffherzen vor die Haustür trat. „Ja, das ist Kunst“, antwortete ein anderer Passant, der seine Videokamera auf die Darbietung des gebürtigen Niederländers richtete.

Das Publikum trat an ihn heran, stellte Fragen. Der Künstler schwieg und lustwandelte bedeutungsvollen Schrittes durch Melsungen. Zum Friedhof, wo Edwin Moes auf jedes Grab liebevoll eine seiner vereisten Rosenblüten und ein rotes Stoffherz drapierte. Seine staunenden Zuschauer folgten ihm auf Schritt und Tritt.

Nach etwa einer Stunde Stadtmarsch stieg der schreitende Wahl-Melsunger am Brunnen bei der Stadtkirche in Stöckelschuhe und füllte ein zuvor geleertes Bierfass mit Brunnenwasser. Und darum ging es dem Künstler: Melsunger Brunnenwasser in die Fulda schütten, Sinnlosigkeit von Einzelkämpfertum verdeutlichen.

Publikumswirksam war die Performance von Edwin Moes auf jeden Fall. Und damit dürfte der 40-Jährige erreicht haben, was er sich vorgenommen hatte: Die Melsunger werden wohl wieder über ihn sprechen.

Quelle: HNA

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