Magistrat sagt Ja zu neuem Standort in Gensungen

Schließung ist vom Tisch – Bücherei muss umziehen

1000 Unterschriften wurden gegen die Schließung der Bücherei Gensungen gesammelt: Die Liste übergaben von links die Büchereimitarbeiter Philipp Oberländer und Christiane Clobes, Büchereileiterin Ursula Knieß und Ortsvorsteherin Heidi Folwerk an Bürgermeister Volker Steinmetz. Foto: Féaux de Lacroix

Gensungen. Die Gensunger Bücherei bleibt erhalten: Der Magistrat der Stadt Felsberg hat am Montagabend beschlossen, dass die Einrichtung in neue Räume umziehen kann. Ihren jetzigen Standort in der Frankenstraße 9 muss die Bücherei verlassen, weil der neue Eigentümer Eigenbedarf angemeldet hat.

Ein neues Zuhause für die Bücherei ist aber bereits gefunden – das leerstehende Ladenlokal direkt gegenüber des jetzigen Büchereistandorts. Das ist dem ehrenamtlichen Bücherei-Team zu verdanken: Leiterin Ursula Knieß hatte sich selbst umgehört und das Ladenlokal gleich gegenüber als mögliche Alternative entdeckt. Dessen Eigentümer seien einverstanden, die Bücherei als Mieterin aufzunehmen, sagt Knieß.

Allerdings ist der neue Raum mit 90 Quadratmeter etwas größer als der jetzige mit 75 Quadratmetern – und damit steigt die monatliche Kaltmiete um 42 Euro auf 252 Euro. Die Differenz soll durch Spenden beglichen werden.

„Ich bin sehr erleichtert und glücklich“, sagt Knieß über den Beschluss des Magistrats. „An diesem Projekt hängt ganz viel Herzblut dran.“ Wann genau die Bücherei nun umziehen wird, steht noch nicht fest. Der Mietvertrag für die jetzigen Räume läuft noch bis Ende April 2015 – aber das Büchereiteam will nicht erst auf den letzten Drücker umziehen. „Die Vorbereitungen machen wir ganz allein, das wird die Stadt nichts kosten, das hab ich mir geschworen“, stellt Knieß klar. Schon jetzt hätten viele Freiwillige ihre Hilfe angeboten.

„Mir fällt ein Stein vom Herzen“, sagt Gensungens Ortsvorsteherin Heidi Folwerk zu der Nachricht, dass die Bücherei nicht schließen muss. „Es ist toll, dass wir etwas erreichen können, wenn wir zusammenhalten.“ Die Bücherei sei „ein Puzzleteilchen, damit unser Stadtteil liebens- und lebenswert bleibt.“

Wie sehr den Gensungern – und auch Bewohnern aus anderen Stadtteilen – die Bücherei am Herzen liegt, hatten sie bei einer Unterschriftenaktion bewiesen: 1000 unterschrieben für den Erhalt der Gensunger Bücherei. „Das ist ein deutliches Signal, und das nehme ich auch ernst“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz. „Wir haben nun bis auf Weiteres eine Lösung für den Büchereistandort Gensungen gefunden.“ • Spendenkonto: IBAN: DE36520515550000010041, Stadtsparkasse Felsberg, Verwendungszweck: Spende Bücherei Gensungen

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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