Jahreshauptversammlung der Habichtswalder Feuerwehren – Kritik an Gemeinde

Büchling gegen Sparkurs

Aufstieg im Ehrenamt: Feuerwehrmann-Anwärter, Feuerwehrmänner und Hauptfeuerwehrmänner wurden bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Habichtswald befördert. Foto:  Junker

Habichtswald. Harsche Töne und sanfte Worte waren beim offiziellen Teil Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren am Samstag zu hören. Fast 40 Mitglieder aus Ehlen und Dörnberg trafen sich im Ehlener Feuerwehrhaus, um zurück zu blicken und nach vorn zu schauen.

Gemeindebrandinspektor Horst Löwenstein stimmte die Feuerwehrleute auf den Abend ein, verwies kurz auf die Statistik 2009 und 2010, bewertete den Stand der Technik und gab einen Ausblick auf das kommende Jahr. Hier erwähnte er die bevorstehende Umstellung auf Digitalfunk, der finanziell, technisch und methodisch diverse Schwierigkeiten mit sich bringen werde.

In der Gemeinde selbst wollen die freiwilligen Feuerwehrleute noch mehr zusammen wachsen. „Das zeigen unsere gemeinsamen Übungsdienste und der heutige Abend“, sagten die Wehrführer Alwin Siebeneicher, Dörnberg, und Matthias Büchling, Ehlen, unisono.

Neue Fahrzeuge

Siebeneicher informierte über die Beschaffung des Hilfslöschfahrzeuges HLF 10/6 für Dörnberg im vergangenen Jahr. Für die Umbauarbeiten am Dörnberger Feuerwehrhaus investierten die Brandschützer zwischen September 2009 und August 2010 knapp 3200 Arbeitstunden.

Auch die Ehlener bekommen ein neues Fahrzeug, als Ersatz für das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 aus dem Jahr 1984. Laut Pascal Kumpies, stellvertretender Gemeindebrandinspektor, soll die Ausschreibung in etwa vier Wochen fertig sein. Wenn alles gut laufe, könne noch in diesem Jahr eine Entscheidung für die Beschaffung fallen. Im Haushalt der Gemeinde seien dafür seit Jahren 240 000 Euro eingestellt.

Matthias Büchling infomierte über die Bauleistungen beim Ehlener Feuerwehrhaus-Anbau. Hier stehen 1591,5 Stunden auf der Eigenanteilliste. Dann holt er aus zum Rundumschlag gegen den Sparkurs der Gemeinde: „Wir haben nichts gegen Sparsamkeit, aber das darf nicht auf Kosten unserer Feuerwehrleute gehen“, donnerte er in Richtung Gemeindebrandinspektor und Bürgermeister.

„Jetzt haben wir endlich Platz, aber keine Schränke und Regale.“ Viel wichtiger seien Dienst- und Schutzkleidung, Rettungssoftware bei der technischen Ausstattung, Anforderungen der Berufsgenossenschaft in der Werkstattausrüstung oder Energiesparmaßnahmen am und im Gebäude.

Bürgermeister Thomas Raue gab eine kurze Beschreibung der schlechten finanziellen Lage der Gemeinde. Er hielt den Vorwürfen Büchlings entgegen: „Ich denke, wir sparen mit Vernunft.“ Es gehe nicht alles auf einmal. Immerhin habe die Gemeinde in den vergangenen beiden Jahren eine knappe Million Euro für die Feuerwehren der beiden Gemeinden ausgegeben – für Fahrzeuge, An- und Umbauten, Ausrüstung und allgemeine Unterhaltsausgaben. (pcj)

Quelle: HNA

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