1000 Mitglieder sollen bis zum Jahresende zur Genossenschaft gehören

Bürger-Energiegenossenschaft braucht 2,3 Mio Euro

Wolfhagen. Das Konzept der neuen Bürger-Energiegenossenschaft (BEG) in Wolfhagern nennt Stadtwerkechef Martin Rühl „einmalig in Deutschland“. Die Bürger hätten damit nicht nur Anteile an den Stadtwerken erworben, sondern gleichzeitig die Möglichkeit, mitzubestimmen.

Iris Degenhardt-Meister

„Damit schreiben wir Energiegeschichte.“ 1000 Mitglieder soll die neue Bürger-Energiegenossenschaft in Wolfhagen zum Jahresende zählen. Dieses ambitionierte Ziel hat man sich gesteckt. Nach Auskunft von Iris Degenhardt-Meister vom BEG-Vorstand sind bisher 264 Bürger der BEG beigetreten. Es seien 1700 Geschäftsanteile zu je 500 Euro gezeichnet worden. Damit ist ein finanzieller Grundstock von 850.000 Euro zusammen gekommen.

400 Reservierungen

Damit die BEG 25 Prozent an den Stadtwerken kaufen könne, seien 2,3 Millionen Euro nötig, sagt Rühl. „Das ist zu schaffen.“ Den Stadtwerken liegen inzwischen noch 400 Reservierungen für Anteile vor. Nun soll offensiv Werbung betrieben werden. „Es gilt, alle Kraft darauf zu konzentrieren, die weiteren Mittel einzuwerben“, so Degenhardt-Meister. Über diesen Betrag eingezahlte Geschäftsanteile wolle die BEG in eigene Projekte zur Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen vor Ort einsetzen.

Martin Rühl

Zu dem Konzept der Bürgerbeteiligung gehört die Realisierung des Windparks auf dem Rödeser Berg. Einige Bürger beschäftigt in diesem Zusammenhang die Frage, wie sich die Finanzplanung gestaltet, wenn die Baugenehmigung für die vier Anlagen nicht erteilt würde. Letztlich hätte es zunächst Auswirkungen auf die bisherige Finanzplanung der BEG, so dass eine Dividende geringer ausfallen würde, erklärte Prof. Dr. Hans Martin. Das Geschäftsmodell Bürgerbeteiligung trage sich jedoch auch im schlimmsten Fall, nämlich beim Scheitern des Windparks. Martin Rühl erklärte, dass die Stadtwerke in weitere Geschäftsfeldern investieren würden. An erster Stelle stünde jedoch die Investition in die Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen vor Ort, allen voran der Windpark.

Quelle: HNA

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