Versammlung: Bürgermeister Raue warnt Habichtswalder vor Schwarzmalerei

Bürger sehen nicht rosarot

„Schandfleck“: Der ehemalige Rewe-Markt in Ehlen ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Foto: zhf

Habichtswald. In Dörnberg und Ehlen gibt es keinen Grund, die Zukunft farblos zu sehen – zumindest dann, wenn man den Worten von Bürgermeister Thomas Raue folgt. Der jährlichen Bürgerversammlung am Dienstagabend im Ehlener Dorfgemeinschaftshaus gab er den Titel „Habichtswald auf gutem Weg“. Er zeichnete dabei das Bild einer Kommune, die trotz schwieriger Haushaltssituation nicht daran denkt, den Kopf in den Sand zu stecken.

Wenn eine Gemeinde erst einmal in eine negative Beschreibung gekommen ist und die eigenen Bürger, aber auch das Umland, negativ über sie spricht, trete eine negative Spirale in Kraft, die die Gemeinde nach unten ziehe und die kaum mehr aufzuhalten sei, so die Aussage eines Demographieexperten des Wirtschaftsministeriums, die Raue vor einiger Zeit bei einem Demographiegipfel aufgeschnappt hatte.

Dies nimmt er nun zum Anlass, seine Bürger zu einer positiven Sichtweise zu motivieren. Die rosarote Brille darf dabei getrost in der Tasche bleiben, denn schaut man mal etwas genauer hin, so scheint das Leben in den Habichtswalder Ortsteilen Ehlen und Dörnberg durchaus lebenswert.

Prognosen entgegenwirken

Zwar sei die Wirtschafts- und Finanzkrise auch an Habichtswald nicht spurlos vorbeigezogen, so Raue, dennoch liegen die positiven Aspekte auf der Hand: hervorragende Infrastruktur, guter Sozialbereich, gute Lage in einem landschaftlich reizvollem Umfeld mit unmittelbarer Nähe zu Autobahn, Kasseler ICE-Bahnhof und Flughafen in Calden.

Einem prognostizierten Bevölkerungsschwund in Höhe von acht Prozent bis zum Jahr 2020 gelte es nun aktiv entgegenzuwirken. Hier denkt der Rathauschef an eine Optimierung des Betreuungsangebotes für Familien, intensive Unterstützung der immer älter werdenden Bevölkerung sowie eine Erweiterung des kulturellen Angebotes.

Ein Ausbau der Infrastruktur sei im Rahmen realistischer finanzieller Möglichkeiten wünschenswert. Die erlauben laut Raue trotz allen positiven Denkens aber noch immer keine eigene Sporthalle für Habichtswald, die auch während der Bürgerversammlung mehrfach gefordert wurde.

Den durchweg positiven Kurs Raues konnten die Besucher nicht vollständig teilen: Sie konfrontierten ihn mit verschiedenen Problemen – von mangelnder Straßenbeleuchtung über klappernde Gullideckel bis hin zum ehemaligen Rewe-Markt im Ortseil Ehlen. Den sehen viele Bürger als Schandfleck. Hier seien der Gemeinde die Hände gebunden, da sich das Gebäude in Privatbesitz befinde, so Raue. Doch Gespräche ließen hoffen, dass auch hier demnächst mit einer Veränderung zu rechnen sei.

Raue bleibt optimistisch: „Wir haben in Habichtswald viel zu bieten, und wenn es uns gelingt, trotz schwieriger Rahmenbedingungenen positiv in Volkes Munde zu bleiben, werden wir auch weiterhin eine liebens- und lebenswerte Kommune bleiben.“

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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