Wolfhager informierten sich bei Netzbetreiber Tennet über Stromtrasse

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Diskutierten Alternativen zum Stromtrassenverlauf: Ralf Papenroth von Tennet (links) und Erich Rosenstock aus Sand (Bildmitte). Im Dorfgemeinschaftshaus Istha informierten sich zahlreiche Menschen über SuedLink, eine Verbindung, über die Windstrom von der Küste nach Bayern transportiert werden soll.

Istha. Das Interesse an der Veranstaltung des Netzbetreibers Tennet zur geplanten Stromtrasse SuedLink am Donnerstagnachmittag in Istha war groß. Die mehr als 20 Tennet-Mitarbeiter warben bei den Besuchern um Verständnis für das Vorhaben, sie diskutierten und hörten sich die Ängste der Betroffenen an.

Immer wieder wollten die Menschen, die vorwiegend aus dem Wolfhager Land kamen, wissen, warum die Trasse durch die Region verlaufen soll, welche Alternativen es gibt und ob der Strom nicht über ein Erdkabel von Nord nach Süd geleitet werden kann.

Tennet-Sprecher Tom Wagner bezeichnete die Gespräche als „sehr konstruktiv“. Klar kämen die Menschen zu ihnen auch mit Sorgen. „Ich verstehe, dass die Leitungen optisch als nicht sehr ansprechend empfunden werden.“ Tennet sei es ernst, die Menschen in den Planungsprozess einzubinden. Der vom Netzbetreiber vorgeschlagene ein Kilometer breite Korridor sei noch lange nicht festgezurrt. Allerdings sei er aus Sicht von Tennet der konfliktärmste. Wenn Bürger dem Netzwerkbetreiber allerdings Gründe nennen würden, die eine Kurskorrektur der Trasse nahelegen, dann werde das auch berücksichtigt. „Die Leute können einen Stift in die Hand nehmen, eine neue Linie in die Karte einzeichnen und wir prüfen das“, sagt Wagner.

Tom Wagner

Beim aktuellen Verlauf habe Tennet darauf geachtet, Natur möglichst nicht zu zerstören und dicht besiedelte Regionen zu meiden. Dabei orientierte sich das Unternehmen entweder am Verlauf von Autobahnen und wie im Falle des Wolfhager Landes an bestehenden Stromtrassen und dabei ganz speziell an der 110 Kilovolt-Leitung der Bahn. Warum Tennet allerdings bei Hannover die Autobahnroute verlässt und einer bereits existierenden Stromversorgung folgt, konnte Wagner nicht sagen.

Auf die von zahlreichen Besuchern nachgefragten Erdkabel könne nur innerhalb festgelegter gesetzlicher Rahmen zurückgegriffen werden. Nur wenn die Trasse zu nah an eine Wohnbebauung rücken würde, könnte ein Erdkabel zum Einsatz kommen, sagt der Tennet-Sprecher. Das wiederholt ins Feld geführte Argument, dem Beispiel Wolfhagens zu folgen und die Stromversorgung zu dezentralisieren, hielt er entgegen, dass es beim Strom keine Autarkie gebe. „Auch Wolfhagen ist an das überregionale Netz angeschlossen.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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