Mit dem Bus zum Arzt

Bürgerbus soll Ärzte in Guxhagen entlasten

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Er fährt den Guxhagener Bürgerbus seit gut zwei Jahren: Edgar Reis engagiert sich gerne für seine Mitmenschen. 

Guxhagen. Die sinkende Zahl der Arztpraxen könnte durch ein Shuttle zu Praxen in Nachbarstädte ausgeglichen werden. 

Seit diesem Jahr gibt es in Guxhagen nur noch drei Hausärzte. Marianne Werkmeister-Alter hat ihre Praxis Anfang des Jahres geschlossen. Ungewiss ist derzeit auch, wie es weitergeht, wenn Hausarzt Rainer Richardt (64) in Ruhestand geht. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

„Ich will mindestens noch drei Jahre lang praktizieren“, sicherte Richardt auf HNA-Anfrage zu. „Meine Hoffnung ist, dass ich bis dahin einen Nachfolger gefunden habe.“ Zwei Hausärzte seien einfach zu wenig. Schon mit drei Praxen sei die Situation nun sehr angespannt.

Das bestätigt auch Dr. Frank Stroop. „Wir sind derzeit nicht mehr in der Lage, die Patienten so zu versorgen, wie wir es gern würden“, sagt der 55-Jährige. „Neue Patienten aus den Ortsteilen schicken wir schon zu anderen Ärzten, beispielsweise nach Körle. Und es macht uns keinen Spaß, die Patienten wegzuschicken.“

Um die Situation zu entschärfen, soll nun auf einen Antrag der GL Freien Wähler hin geprüft werden, ob der Bürgerbus auch zu Ärzten außerhalb der Gemeindegrenzen fahren kann. Guxhagener könnten dann auch Hausärzte besuchen, die zum Beispiel in Körle oder Melsungen niedergelassen sind, begründete Alexandra Ried (GL) den Antrag, der in der jüngsten Gemeindevertretersitzung einstimmig zur Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen wurde.

„Wir brauchen eine zeitnahe Lösung“, sagte Ried. Geklärt werden müssten allerdings einige Fragen, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Reiner Kramm. Zum Beispiel, ob es überhaupt möglich ist, dass der von der Gemeinde betriebene Bus außerhalb der Gemeindegrenzen fahren darf. Schließlich müsse darauf geachtet werden, dass der Bus gewerblichen Unternehmen keine Konkurrenz mache. 

Prüfen müsse man laut Bürgermeister Edgar Slawik auch die Kostengestaltung. Das Entgelt dürfe die Betriebskosten pro Fahrt nicht übersteigen, denn dann benötige die Gemeinde eine Genehmigung für die Personenbeförderung und die ehrenamtlichen Fahrer einen Personenbeförderungsschein. Derzeit kostet eine Fahrt einen Euro. Wie dann mit Fahrten verfahren wird, die über die Gemeindegrenzen hinaus gehen, müsse man sehen, so Slawik.

Es werden weitere Bürgerbusfahrer gesucht. Interessenten melden sich bei Frank Schneider: Tel. 05665/949915

Quelle: HNA

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