Sternmarsch für Frühjahr geplant

Bürgerinitiative für Lärmschutz in Guxhagen will Grenzwerte kippen

Die A 7 zwischen Guxhagen und Kassel: Unter dem Lärm der Autobahn leiden zahlreiche Anwohner. Das Foto zeigt einen Stau nach einem schwerem Verkehrsunfall. Archivfoto: Hedler/Foto: C. Hartung

Guxhagen. Die Guxhagener Bürgerinititative Lärmstop A7 hat sich ein großes Ziel gesetzt: Die Mitglieder wollen gleiche Lärmgrenzwerte für neu gebaute und bestehende Autobahnen. 

Die Bürgerinitiative Lärmstop A 7 gibt es jetzt seit einem Jahr. Die größte öffentlichkeitswirksame Aktion, ein Demo-Marsch im März dieses Jahres, könnte im kommenden Jahr getoppt werden. Am 18. März soll ein Sternmarsch stattfinden. „Und dort brauchen wir die Unterstützung aller Guxhagener“, sagt BI-Initiator Dieter Fischer.

Die BI hat sich außerdem ein großes Ziel gesetzt. „Wir wollen eine Gesetzesänderung beim Lärmschutz“, sagt Fischer. Denn momentan seien die einzuhaltenden Grenzwerte bei neu gebauten Autobahnen (Lärmvorsorge) geringer als bei bestehenden (Lärmsanierung). „Es kann doch nicht sein, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird“, betont auch BI-Unterstützerin Gisela Alheit. Das widerspreche eindeutig dem Grundgesetz, ist sich Fischer sicher. „Deshalb muss man das anfechten.“ Nur, wenn das Gesetz gekippt würde, habe Guxhagen eine Chance auf einen lückenlosen Lärmschutz.

Dieter Fischer

„Solange das Gesetz so besteht, werden sich die Behörden immer wieder darauf berufen, und sagen, dass die Grenzwerte doch gar nicht überschritten werden.“ Das Problem: „Wir als BI haben kein Geld, um einen Anwalt zu bezahlen“, bedauert Fischer. Deswegen hoffen die Lärm-Gegner, dass sich vielleicht jemand findet, der sie bei ihrem Vorhaben rechtlich unterstützen könnte.

„Wir brauchen einen guten Anwalt, der uns hilft.“ Außerdem müssten noch viel mehr Guxhagener die Inititative unterstützen. „Die Gesetzesänderung ist ein sehr dickes Brett, das wir bohren müssen. Dafür brauchen wir viele Leute hinter uns.“ Die Absage vom Hessischen Verkehrsminister Tarek Al Wazir für den Lärmschutz an der A 7 bei Heßlar sei eine Frechheit.

"Eine Unverschämtheit"

Es sei eine Unverschämtheit, wie mit der Gesundheit der Menschen im Schwalm-Eder-Kreis umgegangen werde, sagt Fischer. Zig Briefe und E-Mails hat Fischer seit Bestehen der BI an Behörden und Ministerien geschickt, um die Forderungen darzulegen. Besonders schätzt er dabei die Zusammenarbeit mit den Fraktionen. Die Fraktionsmitglieder hätten beispielsweise mit dafür gesorgt, dass eine öffentliche Gesprächsrunde zum Lärmschutz mit Bundes- und Landespolitikern in Guxhagen stattgefunden habe. Auch, dass das Wohngebiet Hundsforth einen vernünftigen Lärmschutz bekommt, sei maßgeblich auf die Hilfe der Fraktionen zurückzuführen, betont der BI-Initiator. Aber mit dem Schutz für die Hundsforth will sich die BI noch lange nicht zufriedengeben. „Wir brauchen in Guxhagen einen Schutz für die Breitenau, die Kerngemeinde und für Büchenwerra.“ Aber genauso stehe den Menschen in Heßlar ein Schutz vor dem Lärm zu. 

Beim Lärmschutz wird zwischen Lärmvorsorge und Lärmsanierung unterschieden. Lärmvorsorge heißt die Errichtung von einem Schutz beim Neubau von Straßen oder, wenn Straßen wesentlich verändert werden. Bei reinen und allgemeinen Wohngebieten muss laut Hessen Mobil Lärmvorsorge betrieben werden, wenn der Lärm tags 59 und nachts 49 Dezibel überschreitet. Für Lärmsanierung, die Errichtung von Schutz an bestehenden Straßen, gelten hingegen andere Grenzwerte: 67 Dezibel tags und 57 Dezibel nachts. 

Quelle: HNA

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