380 Kilovolt-Leitung: BI-Sprecher fordert von Behörden Beweglichkeit beim Abstand zur Bebauung

Bürgerinitiative rüstet sich für Anhörung

Bernd Kördel

Kreisteil Melsungen. Die Bürgerinitiative „Keine 380 KV-Freileitung Schwalm-Eder“ will bei einem nicht-öffentlichen Erörterungstermin zur geplanten Stromtrasse von Wahle nach Mecklar beim Regierungspräsidium Beweglichkeit einfordern und offizielle Stellungnahmen zu Einsprüchen kommentieren. Das kündigte Bernd Kördel (Guxhagen) als Sprecher der Initiative an.

Laut Kördel gehören der seit knapp einem Jahr bestehenden Bürgerinitiative inzwischen 550 Mitglieder an, die überwiegend aus Orten kommen, die von einer möglichen Westtrasse betroffen wären. Im Kreisteil sind dies insbesondere Körle, Guxhagen, Melsungen, Malsfeld und Morschen. Nächstes Ziel der Initiative sei es, bei einer Anhörung am 4. und 5. April in Kassel eine Erdverkabelung der 380-Kilovolt-Leitung beziehungsweise Beweglichkeit der Behörden bei Mindesabständen von Freileitungen zur jeweiligen Ortsbebauung einzufordern. Dabei werde man sich für 1000 Meter Abstand zu Einzelgebäuden und 2000 Meter zu Ortslagen einsetzen.

Rund 8000 Einsprüche

Rund 8000 Einsprüche und Stellungnahmen der Behörden dazu will die Bürgerinitiative bis zum Anhörungstermin durcharbeiten, um in ihrem Sinne darauf zu reagieren, teilte Kördel mit. Unterstützung erhalte man dabei von einer Wissenschaftlerin der Deutschen Umwelthilfe.

Schlussendlich spekuliert die Bürgerinitiative auch auf nicht kompatible Planungsergebnisse in Hessen und Niedersachsen. Sollte Niedersachsen entscheiden, die Höchstspannungsleitung von Göttingen aus über Eichenberg nach Hessen weiterzuführen, wäre dies zugleich eine Entscheidung für die Osttrasse, die den Kreisteil Melsungen nicht berühre, so Kördel. Denn die Westtrasse verlaufe über Staufenberg-Lutterberg und müsse im Fall eines Votums für Eichenberg sonst im Zickzack geführt werden. Wie immer aber die Entscheidungen am Ende ausfielen, die Bürgerinitiativen hielten unabhängig von den endgültigen Trassenvarianten auch künftig zusammen und leisteten einander Unterstützung, kündigte Kördel an. (lgr)

Quelle: HNA

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