"Mehr geschafft als erhofft"

Philipp Rottwilm ist seit 100 Tagen der Bürgermeister von Neuental

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Der neue Chef im Rathaus: Philipp Rottwilm ist seit Jahresbeginn Bürgermeister von Neuental. Im Gespräch mit der HNA blickte er auf die ersten 100 Tage zurück.

Neuental. Ende September vergangenen Jahres hatte Dr. Philipp Rottwilm (SPD) die Bürgermeisterwahl gegen Kai Knöpper gewonnen. Seit 100 Tagen ist Rottwilm jetzt im Amt.

Wir sprachen mit ihm über das, was in den vergangenen drei Monaten passiert ist, und ob er sich die Arbeit als Verwaltungschef so vorgestellt hat.

Herr Rottwilm, seit 100 Tagen sind Sie Bürgermeister von Neuental. Haben Sie sich ihre neue Arbeit so vorgestellt?

Philipp Rottwilm: Ich hatte eine gute Vorstellung von dem Amt. Zum einen wegen meines Engagements in der Kommunalpolitik, zum anderen wegen meiner Beratertätigkeit bei großen Verwaltungen. Insgesamt macht mir die Arbeit viel Spaß, und ich würde jederzeit wieder kandidieren.

Was hatte Sie bewegt, sich als Bürgermeister zu bewerben?

Rottwilm: Es lag mir am Herzen, etwas für die Gemeinde zu bewegen und nicht nur zu klagen. Jetzt habe ich die Möglichkeit, meine Heimat weiter zu entwickeln. Deshalb bin ich froh, die Entscheidung getroffen zu haben.

In den beiden bisherigen Parlamentssitzungen lief alles problemlos. Schonfrist oder Zeichen eines neuen Arbeitsstils?

Rottwilm: In meinem Wahlkampf habe ich für mehr Kommunikation und Transparenz plädiert. Das habe ich versucht umzusetzen. Dazu habe ich den Mitgliedern aller Gemeindegremien den Istzustand der Gemeinde beschrieben und sie über Themen und Pläne informiert.

Weiter gibt es umfangreiche schriftliche Vorlagen für die Sitzungen. Nein, von Schonfrist möchte ich nicht sprechen, eher von einem Miteinander. Gleiches gilt für die Verwaltung. Ich wurde dort warm und herzlich aufgenommen. So haben wir im ersten Vierteljahr schon viel geschafft.

Als Bürgermeister hat man einen anderen Blick auf die Gemeinde. Mit welchen Augen sehen Sie heute Neuental?

Rottwilm: Noch viel intensiver. In den Bürgersprechstunden, zu denen immer zahlreiche Menschen kommen, erhalte ich viele Rückmeldungen. Auch bei unseren Vereinen, Feuerwehren und auf der Straße erfahre ich reichlich. Das Gesamtbild der Gemeinde ist größer und komplexer geworden. Neuental ist eine schöne Gemeinde, die ihre Stärken in Zukunft aber noch besser nach außen tragen muss.

Ist der Bürgermeister eine Art Mädchen für alles?

Rottwilm: Ein Bürgermeister muss vielseitig sein. Das ist eben auch das Schöne an diesem Amt. Ich bin froh, dass die Neuentaler mit mir engen Kontakt suchen. Bei all den Gesprächen suche ich stets nach Lösungen für die aufgezeigten Probleme. Ich werbe aber auch zugleich um Verständnis, dass wir nicht alles innerhalb von 24 Stunden lösen können.

In ihrer früheren Tätigkeit arbeiteten Sie an der Neustrukturierung großer Institutionen. War es eine Umstellung in einer kleinen, überschaubaren Verwaltung tätig zu sein?

Rottwilm: Viele Probleme, die große öffentliche Organisationen haben, gibt es auch in kleinen Verwaltungen. Der Unterschied ist, dass ich früher beratend tätig war, und heute gestalten kann.

Ich habe mit allen Mitarbeitern des Rathauses gesprochen, wir haben uns zu einer Klausurtagung getroffen, bei der es unter anderem um Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter ging. Und da waren sehr gute Vorschläge dabei.

Haben Sie in den ersten 100 Tagen geschafft, was Sie sich vorgenommen haben?

Rottwilm: Wir haben mehr geschafft, als ich mir erhofft habe. Das liegt auch daran, dass die Mitarbeiter noch eine Schippe drauf gelegt haben. So haben wir einen Plan für die Dorferneuerung entwickelt, einen Pächter für das Restaurant am Neuenhainer See gefunden, und wird haben das Projekt Hessenkasse angepackt. Im Gewerbegebiet wird die Linksabbiegerspur gebaut, mit der Erschließung begonnen und der Bau des Rewe-Supermarktes wird schnellstmöglich starten.

Der Plan für die Kitasanierung schreitet voran, und wir haben den Haushalt aufgestellt. Dazu bilden wir wieder aus, und die Mitarbeiter bilden sich fort. Mit dem Arbeitstempo kann ich nur hoch zufrieden sein.

Haben Sie angesichts der finanziellen Lage überhaupt Gestaltungsspielraum oder geht es nur um Mangelverwaltung?

Rottwilm: Sicher, die Daumenschrauben sind ziemlich eng und geben wenig Gestaltungsfreiheit. Das war mir schon im Wahlkampf bewusst. Dennoch kann man mit guten Ideen und Impulsen vieles bewegen. Politik geht auch ohne einen Goldesel im Keller, denn die Politik muss die Strukturen schaffen, damit sich etwas entwickeln kann. Neuental mit zwei Bahnhöfen und dem Autobahnanschluss hat Entwicklungspotenzial. Und das wollen wir in den kommenden Jahren nutzen.

Quelle: HNA

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