Freitag: Gemeinde darf nicht auf ihre Probleme reduziert werden

Mit 63 Chef im Rathaus? Lothar Freitag will in Bad Emstal Bürgermeister werden

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Lieblingsort: Lothar Freitag, Christdemokrat und Bürgermeisterkandidat der Bürgerliste für Bad Emstal, liebt sein Zuhause in Sand, wo er zusammen mit seiner Frau wohnt.

Bad Emstal. Andere gehen mit 63 in Rente, Lothar Freitag dagegen will Bürgermeister in Bad Emstal werden. Den Kandidaten der Bürgerliste stört vor allem das schlechte Image seiner Gemeinde.

Lothar Freitag ist nicht mehr der Jüngste. Seit Wochen fragen ihn die Leute, ob er sich mit seinen 63 Jahren den Job des Bürgermeisters tatsächlich noch zumuten möchte. Doch Freitag ist fest entschlossen. Und das sagt er den Menschen auch. „Der Posten als Bürgermeister ist meine Sache. Ich sehe mich durchaus in der Lage, das zu machen.“

Als die SPD im vergangenen Jahr ihren Kandidaten präsentierte, war klar, dass die Bürgerliste eine Alternative anbieten musste. Irgendwann seien alle Augenpaare auf ihn gerichtet gewesen, den Regierungsoberamtsrat bei der Bundeswehr und überzeugten CDU-Mann. Sicherlich wäre ein Zeitpunkt vor zwölf Jahren optimaler gewesen. Aber nun sei es so, und er werde die Aufgabe zu seiner machen, so wie er es immer getan habe, wenn es auf ihn ankam.

Freitag weiß, sollte er am 18. März die Wahl gewinnen, dass dann jede Menge Arbeit wartet: Haushaltskonsolidierung, „wir wollen den Schutzschirm verlassen“, Investitionsentscheidungen stehen an und „der Kursaal fehlt, wir haben keinen Veranstaltungsort“. Eine teure Therme, in der Unmengen an Steuergeld versickern, davon hält der Wahl-Bad Emstaler, der 1989 Baunatal verließ und an die Ems zog, nichts. Er ist davon überzeugt, dass das kostbare Mineralwasser nicht ungenutzt dahinplätschern sollte, einen öffentlichen Bäderbetrieb aber hält er für falsch. Er will Geld in die Infrastruktur stecken – die maroden Straßen und Bürgersteige erneuern, beim Internet gehört Glasfaserkabeln die Zukunft, diese superschnellen Fiberleitungen müssten zunehmend auch in Bad Emstal die alte Technik ersetzen – das sei gut für Firmen und Bürger.

Bad Emstal ist für Freitag, der sich selbst als ruhig und fleißig beschreibt, ein Ort mit Stärken und Schwächen. Eine Sache aber ärgert ihn besonders: Das schlechte Image, das sich die Gemeinde mit ihren Debatten über die Therme und die schwierigen Finanzen erworben hat. Man dürfe den Ort nicht auf seine Probleme reduzieren. „Für mich ist Bad Emstal liebenswert und lebenswert“, und damit wirbt der 63-Jährige auch auf seinem Wahl-Flyer.

Als Diplom-Verwaltungswirt verfüge er über den Sachverstand, ein Rathaus zu führen. Fünf Jahre lang hatte er als Erster Beigeordneter, also als stellvertretender Bürgermeister, Einblick in die laufenden Geschäfte der Bad Emstaler Verwaltung. Bei der Bundeswehr, wo er seit vielen Jahren beschäftigt ist, hat er die Verantwortung für 30 Mitarbeiter, Lothar Freitag vertraut bei den anstehenden Aufgaben auf seine Führungsqualitäten und die Gabe, Menschen zu stärken.

Seine Freizeit verbringt er wenig spektakulär. Am wohlsten fühlt er sich zusammen mit seiner Frau im Häuschen in Sand und wenn er Zeit mit den Enkeln verbringen kann. In den Urlauben gibt er einer anderen Facette seiner Persönlichkeit Raum: seiner Neugierde auf die Welt und der nahezu ungebremsten Reiselust.

Quelle: HNA

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