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Stefan Prinz (parteilos) im Porträt: Mit dem Blick von außen

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Von: Matthias Haaß

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Viel Landschaft, kein Gewerbe: Im geplanten A 49-Gewerbegebiet stellte sich Bürgermeisterkandidat Stefan Prinz (parteilos) den Fragen des HNA-Redaktion.
Viel Landschaft, kein Gewerbe: Im geplanten A 49-Gewerbegebiet stellte sich Bürgermeisterkandidat Stefan Prinz (parteilos) den Fragen der HNA-Redaktion. © Matthias Haaß

Mit Stefan Prinz trafen wir uns zum HNA-Klappstuhlgespräch im geplanten Gewerbegebiet an der A 49. Es ist das Letzte der drei Kandidatenporträts, die Reihenfolge gab das Alphabet vor.

Schwalmstadt – Der parteilose Bürgermeisterkandidat tritt bei der Wahl um das Bürgermeisteramt gegen Stefan Pinhard und Tobias Kreuter an. Er fühle sich nicht als Außenseiter, erklärt Prinz im Gespräch mit der Redaktion: „Ich bin Schwälmer.“ Seine Wurzeln liegen in der Schwalm - seiner Homebase - betont der 46-Jährige und wechselt mal schnell ins Schwälmer Platt. Seine Familie lebe nach wie vor in der Region und er fühle sich mit den Menschen verbunden. „Schwälmer zu sein ist eine Frage des Herzens.“

Schwälmer zu sein ist eine Frage des Herzens

Stefan Prinz

Als Leser des ePaper der HNA Schwälmer-Allgemeinen sei er über die Vorgänge in Schwalmstadt immer informiert gewesen, betont Prinz und dabei sei bei ihm der Eindruck entstanden, dass in der Stadt zu viele Räder stillstehen: „Es gibt keinen Ideengeber, keine Führung.“ Er habe sich in der Folge mit allen Fraktionen im Stadtparlament in Verbindung gesetzt, um die Basis für eine Zusammenarbeit auszuloten. Mit den Grünen, der FWG und der CDU gebe es eine solide Grundlage, „auf, der man ab September arbeiten kann.“

Zukunftsweichen richtig stellen

Nur gemeinsam unter der Führung des Bürgermeisters und fraktionsübergreifend werde man für Schwalmstadt die richtigen Zukunftsweichen stellen können, ist der Redaktionsleiter der BBV-Mediengruppe überzeugt und findet: „Daran hat es in den vergangenen sechs Jahren gefehlt.“ Im Gespräch mit Stefan Prinz erkennt man den Medienprofi, der gerne kurze, einprägsame Sätze wie „Schwalmstadt ist die Hauptstadt der Schwalm und muss vorangehen“, nutzt.

Diese Art der Kandidat/Wählerkommunikation kennzeichnet auch den Wahlkampf, der von dem 46-Jährigen mit Pressemitteilungen und in den sozialen Medien sehr aktiv betrieben wird. Er mache konkrete Versprechen und sei auch bereit, sich daran messen zu lassen, betont der gebürtige Schrecksbacher: „Wenn die Schwalmstädter mich wählen, dann bleibe ich so lange Bürgermeister, wie sie mich möchten.“

Es sei wichtig, die Menschen in der Schwalm zu halten, ist der 46-Jährige überzeugt, auch mit Blick auf das gestiegene Durchschnittsalter. Wichtig sei die Schaffung von Arbeits- und Bauplätzen, aber auch der Ausbau sanfter Standortfaktoren wie Kultur erforderlich, erklärt der Bürgermeisterkandidat. Aktuell erlebe Schwalmstadt die schwierigste Zeit seit 50 Jahren und er sei bereit, die Stadt durch diese Zeit zu führen, sagt der Kandidat.

Aufbruchsgefühl für Schwalmstadt

Noch sei es für das A 49-Gewerbegebiet nicht zu spät, betont Prinz. Um etwas zu entwickeln, blieben jetzt zwei Jahre Zeit: „Dann ist der Schaden irreparabel.“ Dass es überhaupt so weit gekommen sei, liege auch am Bürgermeister, der habe sich immer noch nicht mit den Eigentümern einigen können, so seine Kritik. Wenn er Bürgermeister sei, werde er sofort mit den Landeigentümern Gespräche führen, sagt der Kandidat. Dabei schwebt dem 44-Jährigen eine in seinen Worten nachhaltiges Gewerbegebiet vor. Es gehe nicht darum, das Gelände mit „Logistik volllaufen zu lassen“. Vielmehr sollte sich Schwalmstadt die Nähe zum Pharmastandort Marburg zunutze machen und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Überhaupt sieht Stefan Prinz mehr Chancen als Risiken und meint, dass die Zeit der Bestandsanalysen vorbei sei. „Es liegt alles auf dem Tisch“, man müsse einfach mal anfangen. Schwalmstadt brauche ein Gefühl des Aufbruchs, ist Prinz überzeugt: „Das muss im ersten Jahr des Bürgermeisters deutlich werden.“

Schnelle Erfolge seien aus seiner Sicht möglich, zum Beispiel beim Ausbau des Radwegenetzes. Zwanzig Kilometer möchte der 46-Jährige bauen lassen und damit alle Stadtteile mit einer Märchenstraße verbinden - das Thema Grimm sei bislang viel zu wenig beachtet worden und müsse neu aufleben, meint der Bürgermeisterkandidat. Natürlich sei ihm bewusst, dass viele Vorhaben auch Geld kosten werden, aber „das Teuerste ist es jetzt nichts zu machen“, sagt der parteilose Kandidat.

Zur Person: Stefan Prinz

Stefan Prinz (46) wurde in Schwalmstadt geboren. Er ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Gebürtig stammt er aus Schrecksbach, seine Eltern leben dort noch heute. Nach Abitur in Alsfeld und Grundwehrdienst bei den Panzergrenadieren in Schwarzenborn folgte ein Jura-Studium an der Universität Marburg, das er aber zugunsten eines Volontariates bei der Schwäbischen Zeitung aufgab. Neben verschiedenen Stationen bei Zeitungen war Stefan Prinz 2015 der Pressesprecher der CDU Landtagsfraktion in Stuttgart. Heute arbeitet der 46-Jährige als Redaktionsleiter der BBV-Mediengruppe, einer Tageszeitung mit Sitz in Bocholt (NRW).

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