Alte Diskothek: Pläne für Nutzung für ehemalige Strafgefangene sind vom Tisch

Bürgertreff ins Treibhaus

Packen gemeinsam an für ein Projekt mit Zukunft: Bürgermeister Stefan Denn, Thilo Stockhardt und Architekt Robert Göbel vor dem Treibhaus in Zierenberg. Foto: Hoffmann

ZIERENBERG. Nun kommen doch keine ehemaligen Strafgefangenen ins Zierenberger Treibhaus. Das Projekt „Wir setzen Segel“ des Vereins Human Centering sticht woanders in See, darauf verständigten sich Vereinsvorsitzender Thilo Stockhardt und Bürgermeister Stefan Denn in dieser Woche.

Was in den Sommermonaten unter anderem durch das Aktionsbündnis „Keine Strafgefangenen in Zierenberg“ für allerhand Aufregung gesorgt hatte (wir berichteten), scheint nun ein für allemal vom Tisch. Anwohner können aufatmen, im Treibhaus soll jetzt eine Art Bürgertreff entstehen.

Stockhardt ist damit auf die Sorgen und Ängste der Bevölkerung eingegangen und hat eine neue Marschrichtung festgelegt. Seine Vision fasst er unter dem Motto „Entspannen – genießen – erleben“ zusammen, so soll künftig allerhand geboten werden: „Neben Schulungsräumen für unsere Projektarbeit im Bildungsbereich, sollen Orte für kulturelle Veranstaltungen entstehen“, so Stockhardt. „Wir wollen zudem in einer Art Markthalle regionale Produkte mit kulturellem Hintergrund anbieten und Aktionen für Kinder und Jugendliche installieren.“ Ein Sandplatz zum Boulespielen, eine Schwitzhütte mit Feuerplatz und ein Ponyreitplatz seien ebenso geplant.

Doch bis es soweit ist, hat der Verein noch einige Hürden zu nehmen. Zunächst gilt es, die Eigentumsverhältnisse zu klären. Stockhardt rechnet in den nächsten Tagen mit dem dringend notwendigen Vertragsabschluss. Ist der Verein Inhaber des Gebäudes, steht der Sanierung nichts mehr im Weg. Hier kann Stockhardt auf die Unterstützung der Arbeitsförderung Landkreis Kassel zählen, die in einem Gespräch am Mittwoch signalisiert hat, fünf bis sieben Arbeitsgelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Die so genannten „Ein-Euro-Jobber“ könnten das Haus schon in diesem Jahr aufräumen, reinigen und entkernen, um den Weg frei zu machen für die Sanierungsarbeiten durch Fachbetriebe.

An die Unterstützung durch die Arbeitsförderung sind neben Vorlage des Kaufvertrages weitere Bedingungen geknüpft: Der Verein muss einen Arbeitsanleiter einstellen und die künftige Nutzung muss dem Gemeinwohl dienen. „Hier sind wir in Vorüberlegungen, eine Nutzung für die Vereine könnte ich mir gut vorstellen, so Rathauschef Denn, der mit neuer Zielsetzung das Projekt Treibhaus als eine „Bereicherung für das städtische Leben“ sieht.

HINTERGRUND

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare