Bürgerverein Homberg will geeignete Fenster in Fachwerkhäusern

Die Wahl der Fenster ist wichtig: Der Bürgerverein Homberg setzt sich für geeignete Fenster in den Fachwerkhäusern am Marktplatz ein und denkt über eine Förderung für interessierte Hausbesitzer nach.

Die Fachwerkhäuser, deren Fassaden den Homberger Marktplatz umzäunen, gehören zu den großen Vorzügen der Altstadt, da ist sich Georg Ritter sicher. Ritter setzt sich als Mitglied des Vereins „Bürger für Homberg" dafür ein, dass die Fassaden in der Homberger Innenstadt denkmalgerecht erhalten bleiben - und auch modernisiert werden.

Dafür denkt der Verein über eine Vereinbarung mit der Stadt Homberg und dem Landesamt für Denkmalpflege nach: Zur Pflege des Stadtbildes sollen beispielsweise Hausbesitzer, die ihre Fenster denkmalgerecht austauschen möchten, gefördert werden.

Denn besonders Fenster sind dem Bürgerverein, der den Marktplatz als „Gute Stube“ Hombergs mit seinen giebelständigen Fachwerkhäusern und den bergseitig angeordneten Schirnen erhalten will, ein Dorn im Auge. Die Hausbesitzern würden nach Einschätzung Ritters die Gebäude oft mit Fenstern ausstatten, die nicht fachwerkhausgerecht seien. „Sie werden, wie es scheint, wahllos aus Baumarktkatalogen bestellt“, klagt Ritter.

Dadurch werde nicht nur das einheitliche Bild der Hausfassade gestört, sondern es komme auch zu Schäden an den Gebäuden, wie zum Beispiel Schimmel, führt Ritter weiter an. Denn der Bauschaum, der beim Einsetzen von Kunststofffenstern verwendet wird, lasse keine Feuchtigkeit aus dem Gebäude. Stopfhanf, der bei denkmalgerechten Fenstern zum Einsatz kommt, dagegen schon.

Ein Beispiel dafür, wie es nach Ansicht des Vereins nicht aussehen darf, ist das Deutsche Haus - eines der drei so genannten Fünffensterhäuser am Homberger Marktplatz. In der Vorderseite des ehemaligen Gasthauses sind sowohl Fenster mit Sprossen als auch ohne eingesetzt. Das stört nach Ansicht Ritters das einmalige Ensemble der Fassade des 1821 erbauten Fachwerkhauses.

Derzeit stehe man laut Georg Ritter im Kontakt mit dem Besitzer des Deutschen Hauses. Sollte es zu der Vereinbarung zwischen dem Bürgerverein, der Denkmalpflege und der Stadt Homberg kommen, gebe es die Möglichkeit, den Austausch zu Fenster mit Isolierverglasung mit bis zu 30 Prozent der Fertigungskosten fördern zu lassen.

Eine Fotomontage des Vereins zeigt, wie die klassizistische Fassade des Deutschen Hauses dann idealerweise aussehen könnte.

Der Bürgerverein habe das Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt Homberg diesbezüglich kontaktiert. Grundsätzlich, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz, setze sich die Stadt für den Erhalt der Fachwerkhäuser ein und stelle dahingehend auch verschiedene Überlegungen an. Ritz betont aber: „Nur die Fassaden allein zu erhalten, ist zu wenig.“

Quelle: HNA

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