Bund dreht einmaligem Projekt für Langzeitarbeitslose den Geldhahn zu

Schwalm-Eder. Die Enttäuschung ist riesengroß: Dem „Objektschutz Schwalm-Eder“, ein kreiseigenes Qualifizierungsprojekt für Langzeitarbeitslose, droht zum Jahresende das Aus. Grund dafür sind die Kürzungen des Bundes bei den Eingliederungsleistungen.

Bei einem Krisentreffen in Homberg zeigte selbst ein Großaufgebot an Befürwortern des Projektes aus Politik, Wirtschaft, Polizei und Schulen sowie eine Präsentation dessen dreijähriger Erfolgsgeschichte keine Wirkung: Dr. Ralf Brauksiepe, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, stellte für das Vorzeigeprojekt des Landkreises kein zusätzliches Geld in Aussicht.

„Wir können nicht weiterhin in dem Umfang bezuschussen wie in den vorangegangenen Krisenjahren“, rechtfertigte der Staatssekretär die Einsparungen in der Arbeitsmarktpolitik. Zudem sei es im Schwalm-Eder-Kreis gelungen, im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Tatsächlich ging im Landkreis die Anzahl der Leistungsbezieher von Arbeitslosengeld II in den vergangenen fünf Jahren um 24,4 Prozent, bundesweit hingegen lediglich um 8, 3 Prozent zurück.

Aus diesem Grund seien die finanziellen Kürzungen des Bundes für das Jobcenter des Schwalm-Eder-Kreises überproportional hoch, betonte Brauksiepe. Eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung werde damit geradezu bestraft, kritisierte Landrat Frank-Martin Neupärtl. Unter diesen Bedingungen sehe er keine Möglichkeit, das Projekt fortzusetzen. Damit ende im November eine einmalige Erfolgsgeschichte. (zse)

Quelle: HNA

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