Störung im Naturschutzgebiet

Bundespolizei streicht Flüge über Glockenborn bei Wolfhagen: Lärm schadet Tieren

Wolfhagen. Die Mitglieder des örtlichen Naturschutzbundes (NABU) machen sich Sorgen um das Naturschutzgebiet Glockenborn: „Der Flugverkehr hat in den vergangenen Monaten so enorm zugenommen, dass wir dadurch Störungen für die Tierwelt befürchten“, erklärt Dieter Engelhard vom Vorstand des NABU.

Sogar in der Nacht kehre keine Ruhe ein. Es seien Werbeflüge dazu gekommen und Flüge von Bundeswehr und der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Ihringshausen, so Engelhardt. Der Nabu will jetzt eine Beschwerde beim Regierungspräsidium in Kassel einreichen, um mehr Ruhe und Schutz für das Gebiet zu erreichen. Bisher habe es noch keine Klagen gegeben, sagt ein Sprecher des Präsidiums. Man werde jedoch bei einer entsprechenden Beschwerde des NABU der Sache nachgehen.

Aktiv waren in dieser Sache schon andere. Stephan Schmidt von der Stadt, der das Naturschutzgebiet betreut, hat Kontakt mit der Bundeswehr aufgenommen, die dort nachts fliegt. Auch die Mitglieder der Luftsportvereinigung machen sich Gedanken, wie das Gebiet besser geschützt werden kann. „Wir haben mit unseren Piloten gesprochen, An- und Abflüge von Osten zu vermeiden, da das lärmsensible Naturschutzgebiet in dieser Richtung liegt“, erklärt Thomas Altmann vom Vorstand. Grundsätzlich handele es sich beim Graner Berg um einen öffentlichen Flughafen, der von jedem angeflogen werden könne.

Auf Anfrage der HNA bestätigt der Chef der Fuldataler Fliegerstaffel, Thomas Nagler, dass man Ausbildungsprogramme für Dienstanfänger auf dem Graner Berg absolviere. „Wir wussten nicht, dass sich in der Nähe ein Naturschutzgebiet befindet“, räumt Nagler ein und zieht spontan Konsequenzen: „Die geplanten Aktionen in den nächsten Wochen werde ich mit Rücksicht auf das empfindliche Gebiet absagen. Wir können problemlos auf andere Flughäfen ausweichen.“

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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