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Bundeswehr: Kampfhubschrauberregiment aus Fritzlar bildet Rettungsschwimmer aus

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Von: Daniel Seeger

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Zehn neue Rettungsschwimmer hat Nino Scherg vom Kampfhubschrauberregiment 36 im Fritzlarer Schwimmbad ausgebildet.
Zehn neue Rettungsschwimmer hat Nino Scherg vom Kampfhubschrauberregiment 36 im Fritzlarer Schwimmbad ausgebildet. © Bundeswehr / Hiltgen

Nicht nur die DLRG, sondern auch die Bundeswehr bildet Rettungsschwimmer aus - wie zuletzt am Standort Fritzlar.

Fritzlar – Rettungsschwimmer werden dringend benötigt – nicht nur im zivilen Bereich. Deswegen wurden in Fritzlar nun zehn Bundeswehr-Angehörige zu Rettungsschwimmern ausgebildet. „Dazu kommen noch neun Kameraden, die ihren Rettungsschwimmer vor langer Zeit absolviert haben und wieder auffrischen wollen“, sagt Hauptfeldwebel Nico Scherg, der für die Ausbildung der Rettungsschwimmer in Fritzlar zuständig ist und auch bei der DLRG aktiv ist.

Dass es an den Bundeswehrstandorten Rettungsschwimmer geben muss, ist in der Ausbildungsordnung geregelt, berichtet Scherg. Diese werden auch bei der Truppe dringend benötigt, um die „allgemeine Schwimmfähigkeit der Soldaten zu erhalten“, so eine Meldung des Kampfhubschrauberregiments 36. Wie viele Rettungsschwimmer es an den jeweiligen Standorten sein müssen, ergebe sich aus der Verwendung. So müssten es bei den Pionieren beispielsweise mehr Rettungsschwimmer sein als bei den Heeresfliegern, da diese auch oft an Gewässern operieren müssten.

Ein positiver Nebeneffekt der Ausbildung: Einige Soldaten helfen auch außerhalb der Dienstzeit als Rettungsschwimmer aus. „Ein Kamerad ist beispielsweise regelmäßig als Rettungsschwimmer im Fritzlarer Freibad im Einsatz, ein anderer am Neuenhainer See“, berichtet Nico Scherg.

Denn auch Schwimmbäder und Badeseen in der Region sind auf die ehrenamtlichen Helfer angewiesen, wie Jürgen Elborg von der DLRG Schwalm-Eder mitteilt. „Der Mangel ist eigentlich überall da“, sagt er im HNA-Gespräch. „Wir merken es intern bei der Ausbildung, aber auch bei Veranstaltungen, für die wir angefragt werden.“

Außerdem unterstützen die DLRG-Ortsgruppen auch die Freibäder der Region mit Rettungsschwimmern. „Wir würden gerne mehr tun, bräuchten dafür aber mehr Personal“, so Jürgen Elborg weiter. Ein weiteres Problem bei der Ausbildung sei mit Blick auf die kältere Jahreszeit, dass viele Hallenbäder im Kreis zurzeit geschlossen seien.

Zur soldatischen Grundfitness zählt auch, dass man eine gewisse Schwimmleistung erbringen muss“, sagt Nino Scherg. Denn ähnlich wie auch die Rettungsschwimmer der DLRG ihre Ehrenamtlichen ausbilden, benötige auch die Bundeswehr Rettungsschwimmer für die Ausbildung ihrer Soldaten. „Vom Oberstabsgefreiten bis zum Oberleutnant waren viele Dienstgrade vertreten“, berichtet Scherg weiter.

Damit die Soldaten im Fritzlarer Freibad trainieren können, ist eine Bahn zu bestimmten Zeiten gesperrt. „Wir haben einen Vertrag mit der Stadt Fritzlar, der die Nutzung des Schwimmbades regelt“, so Scherg weiter. Montags bis freitags könnten die Soldaten dann jeweils in den Morgenstunden trainieren. Montags ist das Ederauen-Erlebnisbad eigentlich geschlossen. Doch weil die Bundeswehr eigene Rettungsschwimmer hat, kann sie auch dann im Schwimmbad trainieren. So werde kein städtisches Personal benötigt.

Neben seiner Soldatentätigkeit ist Scherg bei der DLRG aktiv. „Meinen Ausbilderschein habe ich über die Bundeswehr gemacht, in Warendorf bei der Sportschule der Bundeswehr.“ Auch in seiner Freizeit war der Hauptfeldwebel bereits mehrfach als Rettungsschwimmer im Einsatz – zum Beispiel am Edersee und an der Ostsee. Neben der umfangreichen sportlichen Leistung, die ein Rettungsschwimmer erbringen muss, gebe es auch einen Theorieteil.

Denn als Retter benötigt man auch ein gutes medizinisches Grundwissen. „Vieles was wir machen, passiert außerhalb des Wassers. Wenn ein Schwimmbadbesucher beispielsweise mit einem Sonnenstich zu uns kommt, können wir auch Erste Hilfe leisten.“ Außerdem müssten Rettungsschwimmer gut über mögliche Gefahren wie Strömungen oder aber Umklammerungen Bescheid wissen – und den Umgang mit solchen Situationen beherrschen. (Daniel Seeger)

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