Mutter will stark sein für ihre Kinder

Soldat aus dem Knüll: Weihnachten verbringt er nicht bei Familie, sondern in Mali 

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Sie können in diesem Jahr nicht gemeinsam Weihnachten feiern: Steve, Moritz, Tom und Jasmin Möller aus Rengshausen. Der 30-Jährige Familienvater ist Soldat und derzeit im Einsatz in Mali. 

Jasmin Möller aus Rengshausen und ihre Söhne verbringen die Feiertage allein – Vater Steve dient als Soldat in Mali und hat Weihnachten zum ersten Mal im Camp gefeiert. 

Wenn sich Familien an Heiligabend zusammen unter ihrem Weihnachtsbaum versammeln, muss Jasmin Möller aus Rengshausen ihren Kindern erklären, dass sie Weihnachten ohne ihren Papa feiern müssen. Steve, der Papa von Jasmin Möllers Söhnen Moritz und Tom, ist Soldat – und noch bis Januar im Auslandseinsatz in Mali.

„Wir haben schon andere Einsätze hinter uns gebracht“, erzählt die 32-Jährige. „Aber es ist das erste Mal, dass er über Weihnachten nicht da ist.“ Seit September ist ihr Lebensgefährte im Camp Castor in Mali für die Wartung der Drohnen zuständig. Stationiert ist er in Gotha. Er feierte seinen 30. Geburtstag im Camp und wird auch die Weihnachtsfeiertage in dem Kriegsgebiet verbringen.

Für die 32-Jährige, für die Weihnachten „die schönste Zeit des Jahres“ ist, bedeutet das: stark sein. Für sich und für die Kinder. „Es ist ein anderes Gefühl, ob der Partner auf Reisen ist oder in einem Kriegsgebiet“, sagt sie. Sich Heiligabend zumindest über das Internet kurz zu sehen, wird kaum möglich sein. Dafür sei die Verbindung zu schlecht, berichtet Jasmin Möller.

Auch ihre Söhne würden spüren, dass etwas anders ist als sonst, dass der Papa fehlt. Ob beim Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Schmücken der Wohnung. Der vierjährige Tom etwa habe gefragt, ob ihm der Weihnachtsmann seinen Papa schicke, wenn er sich nichts anderes wünsche, erzählt Jasmin Möller.

Deshalb spricht die Rengshäuserin mit ihren Söhnen ganz offen über die Situation. Sie wüssten, dass es gefährlich ist und etwas passieren kann. „Wir erklären ihnen, dass ihr Papa in diesem Jahr andere Kinder beschützen muss.“ Die gemeinsamen Geschenke der Eltern packen Moritz und Tom erst im Januar aus – wenn ihr Papa wieder zurück in Deutschland ist. Das hätten sie sich gewünscht.

Über die Feiertage fährt Jasmin Möller mit ihren Söhnen zu der Mutter ihres Partners. So seien nicht nur ihre Kinder beschäftigt, sondern auch Steves Mutter. „Sie macht sich ja auch Sorgen um ihren Sohn.“ Aber der Besuch hilft auch der 32-Jährigen, die es sich nicht erlaubt, zu weinen, die stark sein will für ihre Kinder.

Der 30-Jährige indes ist von seiner Familie mit Weihnachtsartikeln versorgt worden: Mit der Feldpost haben Jasmin Möller und ihre Schwiegermutter ihm einen Adventskalender geschickt. Auch eine kleine Plastiktanne und ein Stollen waren dabei.

„Die Soldaten dort freuen sich über Kleinigkeiten“, sagt sie. Für den 30-Jährigen und seine Kollegen soll es ein Weihnachtsessen in Mali geben, berichtet Möller. Das Camp sei geschmückt worden, Gottesdienste würden angeboten.

So wird das Weihnachtsfest für die Familie in diesem Jahr zwar anders als gewohnt. In einer Sache ist sich Jasmin Möller aber sicher: Wenn sie ihren Partner im Januar wieder in die Arme schließt, weiß sie, dass sich alle Mühen gelohnt haben.

Quelle: HNA

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