Kleinste Stadt zahlt

Schwarzenborn muss Brandschutz am Bundeswehrstandort sicherstellen

Schwarzenborn. Die Bundeswehr spart auf Kosten Hessens kleinster Stadt 1, 5 Mio Euro Personalkosten im Jahr.  Mit dem Auflösen des Truppenübungsplatzes und der Truppenübungsplatzfeuerwehr ist nun Schwarzenborn verpflichtet, den Brandschutz in der Knüllkaserne für 1200 Soldaten sicherzustellen.

Und Hilfe vom Bund gibt es dafür nicht.

Hintergrund: 

Die Umsetzung des Stationierungskonzepts der Bundeswehr bedeutete zum Jahreswechsel das Aus für Hessens einzigen Truppenübungsplatz. Das 18 Quadratkilometer große Areal auf dem Knüllplateau wurde zum Standortübungsplatz degradiert. Üben darf dort nur noch die Truppe in der Knüllkaserne, derzeit 1200 Soldaten des Jägerregiments. Mit dem Ende des Truppenübungsplatz in Schwarzenborn werden Feuerwehrleute der Truppenübungsplatzfeuerwehr versetzt. Sie stellten mit ihren Fahrzeugen bisher den Brandschutz auch in der Knüllkaserne sicher. Noch bis Ende Oktober werden sie ihren Dienst dort versehen.

Ran müssen jetzt die Ehrenamtlichen: Die 1200-Einwohner-Stadt wird eine neue Einsatzabteilung in der freiwillige Feuerwehr gründen und entsprechend ausstatten. Für Unmut in der Stadt sorgt, dass die Bundeswehr zunächst die Unterstützung beim Stemmen dieses Kraftaktes zugesagt und zwei Feuerwehrfahrzeuge in Aussicht gestellt hatte. Entsprechende Anträge hatte die Stadt bei der Bundeswehr gestellt. In dieser Woche platzte die Bombe: Es wurde mitgeteilt, dass alle Anträge abgelehnt seien und auch die beiden Fahrzeuge nicht zur Verfügung gestellt werden.

„Wir sind uns unserer Pflicht, den Brandschutz auf dem Bundeswehrstandort sicherzustellen, bewusst“, sagte Bürgermeister Jürgen Kaufmann, „aber wir erwarten Unterstützung“. Es könne nicht sein, dass die Bundeswehr 25 Berufsfeuerwehrleute wegspare und Schwarzenborn keine Brücken baue.

Die ehrenamtliche Feuerwehr übernimmt nicht nur kurzfristig die Verantwortung für den Bundeswehrstandort, auf die Stadt kommen damit verbunden auch erhebliche Kosten zu. 100.000 Euro wird die Neuaustattung der weiteren Einsatzabteilung kosten. Die Summe beinhaltet Kosten für ein gebrauchtes Fahrzeug, hydraulisches Gerät und die persönliche Ausstattung der neuen Feuerwehrleute, die zunächst einmal ausgebildet werden müssen. Kaufmann geht von cirka 20.000 Euro laufenden Kosten pro Jahr aus.

Für die neue Einsatzabteilung haben sich bereits 33 Freiwillige gemeldet, darunter auch Soldaten.

Von Sylke Grede 

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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