Homberg will ehemaliges Bundeswehr-Gelände kaufen

Homberg. Die Entscheidung ist gefallen: Die Stadt Homberg wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Restfläche der Dörnbergkaserne und die Gesamtfläche der Ostpreußenkaserne einschließlich Standortschießanlage, Teilfläche des Standortübungsplatzes kaufen.

1,3 Millionen Euro wird die Stadt dafür ausgeben. Während SPD und CDU sich mit großer Mehrheit für den Kauf aussprachen, versuchten Grüne, FWG und FDP bis zuletzt den Kauf zu verhindern. Für sie sind die Risiken zu groß (wir berichteten). Doch scheiterte zunächst ihr Widerspruch gegen die Tagesordnung. Sowohl Grüne als auch FWG wollten mehr Zeit, um das Angebot der BImA zu prüfen. Dann wurde der Änderungsantrag der Grünen mit dem Ziel, eine Gesellschaft solle das Gelände kaufen und vermarkten, abgelehnt. „Die Stadt muss sich um ihre Kernaufgaben kümmern“, sagte Klaus Bölling.

Indes betonte Stefan Gerlach (SPD), dass man nun die Konditionen der BImA kenne und es ein gutes Angebot sei. „Der Kauf kann Arbeitsplätze, Ausbildung und Geschäftschancen bringen“, sagte Gerlach. Der Standort könne sich nun zu einem Forschungs- und Technologiezentrum entwickeln, „den es so in Deutschland noch nicht gibt“. Klaus Thilo Kroeschell (CDU) betonte, dass man keine Bundeswehrbrache wolle. Dagegen hielt Joachim Jäger (FWG), dass das Gelände praktisch keinen Wert habe.

Enttäuscht zeigten sich Grüne, FWG und FDP darüber, dass mit der BImA keine Verhandlungen über Teilverkäufe des Geländes stattgefunden hätten. Das hatte Bürgermeister Martin Wagner in den vergangenen Monaten als eine Option dargestellt. „Unser Beschluss für den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände ist also auf Grund nicht korrekt angezeigter Kostenangaben entstanden“, sagte Manfred Ripke (FDP). Er warf dem Bürgermeister vor, den Stadtverordneten möglicherweise Informationen vorenthalten zu haben. (may)

Antrag für Bürgerbegehren

Nach der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung das Kasernengelände zu kaufen, wurde von einigen Hombergern ein Bürgerbegehren gegen den Kauf und den darauf aufbauenden Beschlüssen im Rathaus angemeldet. Damit die Stadt einen Bürgerentscheid durchführen muss, sind gut 1300 Unterschriften in sechs Wochen zu sammeln. In den nächsten Tagen werden Unterschriftenlisten in den Geschäften verteilt. Gültig sind nur Unterschriften von Homberger Bürgern. (may)

Quelle: HNA

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