Mitglieder klagen über mangelnde Unterstützung

Burgverein sucht Helfer - Geld vom Land reicht nicht

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Schon von weitem zu sehen: Die Felsburg thront über der Altstadt. Um die Instandhaltung des Gebäudes kümmert sich der Burgverein.

Felsberg. Heiner Maifarth bleibt für weitere drei Jahre Vorsitzender des Burgvereins Felsberg. Der 74-jährige Malermeister wurde einstimmig wiedergewählt.

Eigentlich wollte Maifarth aufhören. Da sich leider kein anderer Kandidat gefunden habe, trete er nochmals an, sagte Maifarth. „Ich will keinen Notvorstand, der Burgverein ist ein angesehener Verein”, betonte er.

Die Suche nach einem neuen Vorsitzenden ist nicht das einzige Problem, mit dem der Burgverein derzeit zu kämpfen hat. „Die Mithilfe wird immer weniger”, beklagte Maifarth. Deshalb habe der jetzt 604 Mitglieder zählende Verein im Vorjahr erstmals nach 18 Jahren das Weinfest und den Weihnachtsmarkt nicht mehr ausrichten können.

Jetzt fehlten sogar Helfer für die Aufsicht während der geplanten Sonn- und Feiertagsöffnungen der Burg. Vor zwei Jahren hätten die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen als Eigentümer der Burg und die Stadt eine tägliche Öffnung der Burg gewünscht. Der Verein habe erklärt, dass er dies allein nicht schaffe. „Bis heute ist nichts Positives bei uns angekommen”, sagte Maifarth.

Die 1227 Euro, die der Verein pro Jahr vom Land Hessen bekomme, seien „nur ein Tropfen auf den heißen Stein”, sagt Maifarth: „Das reicht hinten und vorne nicht, um die Burg zu erhalten und zu pflegen.”

Randale, Vandalismus und Verunreinigungen durch Hundekot nähmen ständig zu, sagte Arbeitswart Erik Herzog. Nach dessen Angaben haben die 16 Mitglieder im Vorjahr 1200 Stunden gearbeitet. Die meisten Mitglieder des Arbeitskreises seien älter als 70 Jahre und kämen an ihre Belastungsgrenze. Gebe es keine jüngeren Unterstützer, könne die Burg nicht mehr so gepflegt werden wie bisher.

Bei der Vereinsförderung wolle die Stadt nicht den Rotstift ansetzen, sagte Stadtverordnetenvorsteher Stefan Umbach. 1200 Stunden Arbeit für die Allgemeinheit seien eine stolze Summe.

Arbeitswart Herzog dankte dem städtischen Bauhof für die Unterstützung und allen, die den Lastenaufzug konstruiert und gebaut haben. Der habe sich bereits bestens bewährt.

An 15 Burg- und Stadtführungen hätten im Vorjahr über 350 Personen teilgenommen, rund 600 an den Führungen am Tag des offenen Denkmals und auf der Altenburg. „Die Gäste loben immer wieder den guten Pflegezustand der Felsburg”, sagte Kulturwart Hans Poth. „Die Stadt Felsberg hat mit der Felsburg ein ganz, ganz wichtiges Aushängeschild.”

Poth lobte im Namen des Magistrats auch die Arbeit des Heiligenbergvereins Gensungen.

Wie aus dem Bericht von Thomas Gipper hervorging, hat sich die Kassenlage seit dem Austritt aus dem Hessisch-Waldeckischen Gebirgs-Heimatverein gebessert. Bisher mussten pro Jahr 6000 Euro an den Verband abgeführt werden. (m.s./nh)

Quelle: HNA

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