Rentnerin bezweifelt Sinn der Linie

Bus fährt nur in eine Richtung: Linie 112 unpraktisch und wenig hilfreich

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Eigenartiges System: Rosamunde Foellmer übt Kritik am Fahrplan der Linie 112 in Wolfhagen. Dadurch, dass die Linie nur in eine Richtung fährt, ist das Einkaufen für sie schwierig.

Wolfhagen. Die Einkäufe erledigt Rosamunde Foellmer aus Wolfhagen am liebsten selbst. Den Weg zum Nahkauf geht die Rentnerin gern auch mal zu Fuß. Bergab kein Problem. „Aber mit den Einkäufen komme ich den Berg nicht mehr hoch.“

Gut, dass es die Linie 112 gibt, die die Bewohner des Teichberges den Berg wieder hochbringt. Nur: Das System funktioniert nicht ganz. Denn der Stadtbus fährt nur in eine Richtung. Will man also wie Foellmer zurück zur Haltestelle, von der man gekommen ist, muss man eine komplette Runde drehen – eine Stunde Zeitaufwand.

Fährt nicht am Wochenende

Für Foellmer ist ein weiteres Problem, dass die Haltestelle Hans-Staden-Straße nicht mehr bedient wird. Ist der Weg vom Nahkauf zu dieser Haltestelle doch der kürzeste und einfachste. Zudem fährt die Linie 112 am Wochenende gar nicht. „Ich bezahle 544 Euro für eine Jahreskarte und kann am Wochenende nicht mal meine Freunde in Kassel besuchen“, sagt Foellmer. Ihre Probleme hat sie auch beim Magistrat vorgetragen. Dort verstand man ihr Anliegen zunächst nicht. „Am liebsten wäre mir, wenn das Anrufsammeltaxi wieder fährt. Das hat am besten funktioniert.“

Frank Nagelschmitt, Leiter der Bürger- und Ordnungsverwaltung der Stadt Wolfhagen, erklärt, warum dies nicht möglich ist: „Das AST wurde zum Fahrplanwechsel 2013 eingestellt, da Landkreis Kassel und Stadt Wolfhagen dieses aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr weiterführen konnten.“ Die Stadt versuche gemeinsam mit dem Landkreis und der NVV, ein bestmögliches Angebot sicherzustellen. Informationen, wie die von Rosamunde Foellmer, werden beim nächsten Fahrplanwechsel diskutiert – und falls möglich – angepasst.

Fahrpläne schlecht lesbar

Eine andere HNA-Leserin bemängelt, dass die Fahrpläne an den Haltestellen oft verwirrend und schlecht zu lesen seien. Sie sei ihr ganzes Leben lang schon mit dem Bus unterwegs, aber in den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger die Pläne an den Haltestellen zu verstehen. Die Schrift sei zudem sehr klein. Sabine Herms, Pressesprecherin des NVV, erklärt: „Bei der Darstellung der Fahrplandaten müssen wir für ganz Nordhessen eine Form finden, die sämtliche Infos abbilden kann, egal wie lang der Name der Haltestelle ist, oder wie oft das Verkehrsmittel fährt.“ Dazu stünde, je nach Medium, eben unterschiedlich viel Platz zur Verfügung. An Haltestellen sei weniger Platz, in Flyern eher mehr. Daran orientiere sich dementsprechend auch die Schriftgröße.

„Es ist leider nicht möglich für jeden Ort oder jede Linie unterschiedliche Formen der Fahrplandarstellung vorzuhalten, da das zusätzlichen Aufwand und Kosten, mehr Platz in Schaukästen oder zusätzliche Schaukästen bedeuten würde“, sagt Herms.

Schließlich versuche man immer, so viel Informationen wie möglich bei bestmöglicher Lesbarkeit unterzubringen. Dies führe dazu, dass die Schriftgröße eher kleiner gewählt ist, um allen Informationsbedürfnissen gerecht zu werden. Auch sollen sich die Fahrgäste an einem einheitlichen Erscheinungsbild orientieren können.

www.nvv.de

Quelle: HNA

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