Jeans kam nicht aus Kambodscha

Nach Hilferuf in Jeans: C&A zweifelt Echtheit des Zettels an

Sabine Scholl aus Wasenberg hat in ihrer Jeans von C&A einen Hilferuf gefunden. Auf einem Zettel steht in Blockbuchstaben „Please Help Cambodia Children“. Foto: Paul

Willingshausen. Die Modekette C&A reagiert nach dem Bericht unserer Zeitung: Der Notruf-Zettel, den eine Kundin aus Willingshausen-Wasenberg in einer nagelneuen C&A-Jeans gefunden hat, wird Donnerstagvormittag zusammen mit der Hose von einem Unternehmensvertreter aus Kassel abgeholt.

Das teilte Sprecher Thorsten Rolfes mit.

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Kundin Simone Scholl (46) hatte sich nach dem Fund des Zettels an unsere Zeitung gewandt. „Bitte helfen Sie Kindern in Kambodscha“ ist darauf in englischer Sprache zu lesen. Um sicher zu sein, dass der Zettel nicht einfach verschwindet, will sich Scholl die Übergabe schriftlich bestätigen lassen. Damit möchte sie erreichen, dass ihrem Anliegen nachgegangen wird: „Mir geht es einzig und allein darum, dass Kindern in Not geholfen wird.“

Doch C&A zweifelt daran, dass der Hilferuf echt ist: „Wir können weitgehend ausschließen, dass die betreffende Jeans in Kambodscha gefertigt wurde“, so Rolfes. Daher könne auch der Notruf-Zettel nicht von dort stammen; dennoch werde er überprüft.

Aktualisiert um 17.30 Uhr

Die Organisation Christliche Initiative Romero (CIR) aus Münster, die sich für Menschenrechte einsetzt, fordert von C&A mehr Engagement für bessere Arbeitsbedingungen: Es sei wichtig, dass C&A Nachforschungen anstelle. "Noch viel bedeutender ist aber, dass das Unternehmen generell für Transparenz in der Lieferkette sorgt und den Fabrikarbeitern durch den Ausbau eines unabhängigen Beschwerdesystem die Möglichkeit gibt, Probleme und Wünsche zu melden“, erklärt Sandra Dusch Silva (CIR).

C&A beteuert, „faire und sichere Arbeitsbedingungen“ in Kambodscha zu bieten und „Löhne nach örtlichen Tarifen und Gesetzen“ zu zahlen. CIR hingegen berichtet, über ihre Kampagnenpartner mehrfach von „Arbeitsrechtsverletzungen in Zulieferfabriken von C&A“ informiert worden zu sein. „Da sind Hilferufe aus den Nähstuben zumindest denkbar“, sagt Dusch Silva.

Von Jasmin Paul

Quelle: HNA

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