Der

Carl Bantzer-Schüler Rudolf Otto malte Schwälmer Tischgebet mehrfach

+
Ein Original: Das Motiv Schwälmer Tischgebet hängt im Malerstübchen in Willingshausen. Nach Angaben des Malerkolonie-Experte Helmut Geißel malte der Künstler Rudolf Otto diese Alltagsszene zwei Mal. Das Bild zeigt die Familie des Leinewebers Rupp.

Willingshausen/Ziegenhain. Überraschendes kommt zum Gemälde Schwälmer Tischgebet des Bantzer-Schülers Rudolf Otto an den Tag. Ein Duplikat des Gemäldes, das der Ziegenhainer Bernd Völker kürzlich in Freiburg erwarb, zählt seit sechs Jahren zur Sammlung des Malerstübchens in Willingshausen.

Das Bild zeigt gelebte Schwalm, eine häusliche Familienszene, reich an christlicher Symbolik. Ein Sujet und zwei Originale - denn Rudolf Otto (1887 -1962) sei dafür bekannt, seine Gemälde selbst kopiert zu haben, erklärte Helmut Geißel, Vorsitzender des Vereins Malerstübchen. Dass Otto das Tischgebet zweimal anfertigte, belegt auch ein Brief Carl Bantzers an seinen Schüler (s.unten).

Malerkolonie-Experte Geißel holt zudem die auf dem Gemälde dargestellte Schwälmer Familie aus der Anonymität. Es handele sich um die Familie des Leinewebers Rupp aus Merzhausen, einen Charakterkopf, bekannt durch das Bantzer-Gemälde „Hessischer Erntearbeiter“.

Der Maler Bantzer habe den Tagelöhner Rupp, dessen Nachfahren noch in Merzhausen leben, als Freund sehr geschätzt, sagt Geißel. Deshalb sei es nicht überraschend, dass Bantzer auch die Verbindung Ottos zur Familie Rupp hergestellt habe.

Hintergrund:

 

Carl Bantzer schrieb am 16. April 1934 an seinen Schüler Rudolf Otto: „ Da ich zu einem Brief leider nicht komme, zunächst nur eine Karte, um Ihnen zu sagen, dass ich von den beiden Tischgebeten das Merzhäuser vorziehen würde, auch wenn das Rot der linken Ecke nicht ganz mitgeht. Es ist gerade das Gebet, durch das Herausheben über die Wirklichkeit sehr schön. Aber das Neue war ja noch nicht fertig. Es ist wirklichkeitsnäher und kann auch darin sehr schön sein.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare