Vorläufige Planung

A 49-Tunnelbau: Erste Sprengungen noch im Mai

Baubeginn des A49-Tunnels bei Frankenhain (Archivbild).

Schwalmstadt. Die Sprengung beim feierlichen Tunnelanschlag war bloß eine symbolische. Doch wie sich die tatsächlichen Detonationen bei den Bauarbeiten für den Carmen-Tunnel für die A49 anhören, davon können sich die Schwalmstädter bald einen Eindruck verschaffen - vermutlich noch diesen Monat.

Das genaue Datum dafür steht noch nicht fest, vermutlich wird man aber noch binnen Monatsfrist mit den Sprengungen beginnen. Mindestens bis zur Jahreswende 2013/14 werden sie dann andauern. Gearbeitet wird im Dreischicht-System, Tag und Nacht, sieben Tage die Woche.

„In Frankenhain ist niemand panisch, aber vielleicht in Sorge“, lautet Pfarrer Dieter Schindelmanns Einschätzung. Noch seien sich die Menschen nicht im Klaren, wie stark die Beeinträchtigungen durch Detonationen und Baufahrzeuge werden.

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Baubeginn des A49-Tunnels bei Frankenhain

Dass die Erschütterungen im Bereich der zulässigen Grenzwerte bleiben, darüber wacht eine technische Vorrichtung, die in der Frankenhainer Kirche installiert wurde, ein Schwingungsmesser. Am Tag des Tunnelanschlags dokumentierte das Gerät einen Ausschlag von 0,06 Millimeter pro Sekunde, erreicht werden darf ein Vielfaches davon, nämlich 5 Millimeter, erläuterte A 49-Projektleiter Bernhard Klöpfel bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung in dem Gotteshaus.

Fotos: Tunnelanschlag bei Frankenhain

Tunnelanschlag bei Frankenhain

Die Messdaten sendet das Gerät per Funk mit GPS an die Behörde, bei einer Annäherung an den Grenzwert oder gar einer Überschreitung würde Alarm ausgelöst. Und was wäre die Folge? „Dann“, so Klöpfel, „werden die Abschlagslängen reduziert.“ Das bedeutet, die Sprengladungen müssten verringert werden. Sie werden so groß wie zulässig ausgelegt, „man will in der Tunnelvortriebsphase schließlich möglichst schnell vorwärts kommen“, erklärt Klöpfel.

Messung: Der schuhkartongroße Sensor, der permanent die Schwingungen aufzeichnet. Die Protokolle werden von Hessen Mobil überwacht.

Die Tunnelbauspezialisten rechnen nicht mit Schwierigkeiten, die Geologie aus Buntsandstein gilt als „gutmütig“. Allerdings gelte unter Bergleuten prinzipiell ein Grundsatz: „Vor der Hacke ist es dunkel.“ Will heißen: Beim bergmännischen Vortrieb kann immer Unerwartetes auftreten.

Pfarrer Schindelmann zeigt sich gelassen, verhehlt jedoch auch nicht ein gewisses Spannungsgefühl: „Jetzt ist die Tunnelbaustelle noch 1000 Meter weit weg von unserer alten Kirche, aber zum Schluss werden es nur noch 150 Meter sein.“ Für ihn bedeutet das Vorhandensein des Schwingungsmessers durchaus eine Beruhigung, „es ist gut, dass er hier steht“.

Wie die Sprengungen in der Realität in dem Hugenottendörfchen wahrgenommen werden, das werden die Menschen also in einigen Tagen wissen. Projektleiter Klöpfel ist auf jeden Fall rundum positiv gestimmt: „Die Einhaltung von Grenzwerten ist für die Tunnelbaufirma Alltag, die Bedingungen etwa beim U-Bahnbau mitten in Großstädten sind für sie mitunter viel schwieriger.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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