Reinhard Schaake nutzte seinen Bonus aus und sichert sich dritte Amtszeit

Bürgermeisterwahl: Carsten Röhl am Ende chancenlos

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Unzufrieden mit dem Ergebnis: Herausforderer Carsten Röhl im Rathaus.

Wolfhagen. Sonntagabend, kurz vor 18.30 Uhr im Wolfhager Rathaus: Die ersten Ergebnisse aus einzelnen Ortsteilen zur Bürgermeisterwahl laufen ein. Das kleine Leckringhausen macht den Anfang. 30 Stimmen für Reinhard Schaake, vier für Carsten Röhl.

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Und der Trend stabilisiert sich mit den Ergebnissen weiterer Stimmbezirke. Es sieht gut aus für Amtsinhaber Schaake. Mehr als 70 Prozent der ausgezählten Stimmen gehen an ihn. Nach und nach werden die Prozentzahlen aus weiteren Ortsteilen an eine Wand projiziert – nicht ein einziges Mal liegt Röhl vorn. „Erstmal Wolfhagen abwarten“, sagt Schaake, während einige seiner Anhänger bereits jubeln. Dann gegen 20 Uhr die eindeutige Entscheidung: Auch in der Kernstadt wählt die große Mehrheit Reinhard Schaake. Er bleibt Bürgermeister.

Erleichterung im Gesicht

Einige Dutzend seiner Anhänger sind ins Rathaus gekommen und gratulieren zum Wahlsieg, als erstes Schaakes Ehefrau Renate. Ihr ist die Erleichterung ebenso anzusehen wie ihrem Mann.

Bürgermeisterwahl in Wolfhagen

„Es ist immer schwer, gegen einen Amtsinhaber anzutreten.“

Herausforderer Carsten Röhl, der am Ende nur in Niederelsungen vor Schaake lag, ist enttäuscht. „Es ist immer schwer, gegen einen Amtsinhaber anzutreten“, räumt er ein. „Ich nehme das Ergebnis hin“, sagt er. „Es schmerzt aber besonders, Anfeindungen aus der eigenen Partei zu erfahren“, sagt Röhl, der Mitglied in der SPD ist. „Ich werde die Konsequenzen ziehen“, kündigt er an, sagt aber nicht, was er damit meint. Ob er bei der nächsten Bürgermeisterwahl in sechs Jahren wieder kandidieren möchte, lässt er noch offen.

Zufrieden mit dem Ergebnis: Wolfhagens SPD-Vorsitzende Sabine Scherer und Bürgermeister Reinhard Schaake in der Gaststätte Zur Knackenburg. Foto:  Welch

In der Knackenburg in Wolfhagen ist wenig später gute Laune angesagt. Die SPD hat sich in der Gaststätte versammelt. Und Reinhard Schaake ist dabei. Schließlich standen die Sozialdemokraten hinter dem Amtsinhaber. Der 51-Jährige lässt sich neben der Wolfhager SPD-Chefin Sabine Scherer fotografieren. Sie ist mit dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl sehr zufrieden. Zu Herausforderer Röhl gibt sie keinen Kommentar ab. Dass die SPD nach dem Wahltrend Prozente verliert, sei zu erwarten gewesen, weil mehr Parteien kandidiert haben als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Sie sei dennoch zufrieden, jetzt werde man schauen, welche Bündnisse in der Stadtverordnetenversammlung möglich seien.

Diskussionen

Die CDU kommt in Fuchsens Café zusammen, diskutiert das Resultat. Mit der Wahl Schaakes könne man leben, hatte bereits zuvor im Rathaus Unionschef Horst Förste erklärt. Die CDU hatte keine Empfehlung bei der Bürgermeisterwahl abgegeben.

Die Wählergemeinschaft BWB trifft sich am Abend im Wolfhager Restaurant Zum Chattenturm. „Wir hatten uns mehr erhofft“, sagt Joachim Eberbach, Vorsitzender des Bündnisses Wolfhager Bürger, das Carsten Röhl unterstützt hat. „Wir haben wieder gesehen, wie schwierig es ist, die verkrusteten Strukturen in Nordhessen aufzubrechen.“

Das BWB werde aber mit Vertretern im Stadtparlament weiter für seine Ziele kämpfen. Es bestehe weiter Hoffnung, dass die geplanten Windräder am Rödeser Berg nicht gebaut werden.

Auch die Grünen standen hinter Röhl. Auch sie sind vom Ergebnis der Bürgermeisterwahl enttäuscht. Sie feiern dennoch im Pirrot an der Burgstraße. Denn der Trend von rund 14 Prozent bedeutet, dass die Grünen in der neuen Stadtverordnetenversammlung Fraktionsstatus erhalten, den sie bislang mit einem Vertreter im Stadtparlament nicht hatten. Sie bekommen mehr Gewicht. Sprecher Roman Krettek erklärte, dass die Politik der Grünen in Wolfhagen längst nicht auf den Rödeser Berg zu reduzieren sei.

Quelle: HNA

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