Aktivisten hatten sich bei Altmorschen abgeseilt

Castor-Gegner erzielten Erfolg vor Gericht

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Aufsehen erregt: Die Aktivisten hängen von der 75 Meter hohen Brücke über dem Castortransport.

Morschen/Potsdam. Drei Atomkraftgegner, die im November 2010 in Altmorschen einen Castortransport aufgehalten hatten, erzielten in Potsdam jetzt einen Erfolg vor Gericht.

Die Atomkraftgegner haben mit ihrem Einspruch vor dem Amtsgericht Potsdam ein Bußgeld abgewehrt. Eine Richterin hob am Dienstag den Bescheid gegen drei Gegner eines Castortransports auf. Die Geldbuße in Höhe von jeweils 500 Euro sollten sie bezahlen, weil sie bei einer Protestaktion in Altmorschen am 7. November 2010 die Bahnstrecke besetzt hatten Zwei von ihnen hatten sich dazu mit Seilen von einer Bahnbrücke hängen lassen. Aus Sicht der Richterin war das Bußgeld gemessen an der finanziellen Lage der Beschuldigten viel zu hoch angesetzt worden.

Spektakuläre Aktion

Die Betroffenen hatten kritisiert, dass der Bußgeldbescheid erst 15 Monate nach der Aktion und damit ihrer Meinung nach viel zu spät eingetroffen sei. Derartige Verfahren werden in Potsdam verhandelt, weil die Bundespolizei dort zentral für Ordnungswidrigkeiten im Bereich der Schiene zuständig ist.

Die Aktivisten sorgten damals für bundesweites Aufsehen, weil sie sich spektakulär von der 75 Meter hohen ICE-Brücke abgeseilt hatten.

Gleise blockiert

50 Mitglieder gehörten zur Aktionsgruppe der Castor-Gegner. Diese stoppten den Zug in der Nacht zu Sonntag, 7. November, für zweieinhalb Stunden bei Altmorschen. Die Demonstranten, die für die Aktion aus ganz Deutschland angereist waren, hatten ab 3.15 Uhr die Gleise der Bahnstrecke Bebra – Melsungen blockiert und Plakate enthüllt. Schließlich seilten sich ein Mann und eine Frau von der etwa 75 Meter hohen ICE-Brücke über der Regionalbahnlinie und der B 83 ab.

Die Bundes- und Landespolizei war damals mit 130 Beamten im Einsatz. Die Polizisten räumten die Strecke und trugen die Aktivisten von der Bahnstrecke.

Der Zug mit den radioaktiven Abfällen fuhr gegen 5.20 Uhr unter den beiden in der Luft hängenden Aktivisten hindurch und weiter. (dpa/ddd)

Quelle: HNA

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