Investitionen von 500.000 Euro geplant

Chance für die Altstadt: Eigentümer wollen einige Häuser sanieren

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Das schöne Gesicht der Felsberger Altstadt: Aufgenommen hat dieses Bild Walter Dase für einen Fotowettbewerb im Rahmen des Projekts Kooperation im Quartier.

Felsberg. Sie soll das Aushängeschild der Drei-Burgen-Stadt sein, ist aber eher ihr Schandfleck: die Felsberger Altstadt. Gegensteuern soll unter anderem ein Förderprogramm: Eigentümer, die ein Gebäude in der Altstadt sanieren möchten, erhalten dafür Geld von der Stadt.

Insgesamt 200.000 Euro stehen zur Verfügung, pro Maßnahme gibt es einen Zuschuss von maximal 20.000 Euro. Bislang sind nach Angaben von Bürgermeister Volker Steinmetz zehn Anträge auf Fördergeld gestellt worden, damit sind 150.000 Euro des bereitgestellten Geldes bereits verplant. Zusammen mit dem, was die Eigentümer selbst in die Haussanierung stecken, belaufe sich das Investitionsvolumen auf insgesamt 500.000 Euro, so Steinmetz.

GeGeFe bietet Beratung an

Die Altstadt beleben will auch die Gemeindenützliche Genossenschaft Felsberg (GeGeFe) - und zwar mithilfe des Forschungsprojekts „Kooperation im Quartier“, für das Felsberg als eine von 15 Kommunen bundesweit ausgewählt wurde. Das Projekt läuft noch bis Herbst 2014 und wird vom Bund mit 70.000 Euro gefördert. Die GeGeFe bietet Hausbesitzern an, Entwürfe für Sanierung und Umbau der Gebäude auszuarbeiten. Projektkoordinator Ralf Dötig berät Interessierte jeden Donnerstag zwischen 18 und 20 Uhr in der Untergasse 34. Die Resonanz sei bislang aber eher gering, sagt Dötig.

Dauerthema Ortsumgehung

Allerdings werden Anreize zur Haussanierung allein die Probleme in der Altstadt nicht lösen können. Die Zukunft des Ortskerns steht und fällt mit dem Bau einer Umgehungsstraße. Denn Lärm, Abgase und Erschütterungen rauben gerade den Anwohnern der Ortsdurchfahrt jede Lebensqualität. Und weil Wohnen in der Altstadt so unattraktiv ist, lohnt es sich kaum noch, in die bestehenden Häuser zu investieren.

Felsberg: Chance für die Altstadt

Doch über die Ortsumgehung diskutieren die Felsberger seit Jahrzehnten. Zwar hat Bürgermeister Steinmetz nun angekündigt, dass 2014 Baurecht für die Umgehung geschaffen werden könne. Doch Kritiker bezweifeln dies. Widerstand gibt es etwa von Landwirten, auf deren Flächen die Umgehungsstraße gebaut werden soll: Sie wünschen sich einen anderen Trassenverlauf.

Ob die Umgehungsstraße gebaut werden kann, ist auch eine finanzielle Frage: Noch ist unklar, ob das Land Hessen das Projekt finanziert, oder ob Felsberg in Vorleistung gehen müsste. Letzteres wäre angesichts der leeren Stadtkasse eine Herausforderung.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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