Bürgermeister Lothar Vestweber wurde in den Ruhestand verabschiedet

Geschenk: Martin Dippel und Anja Widera von der SPD-Fraktion überreichten Lothar Vestweber ein neues Fahrrad.

Gilserberg. Den Menschen im Mittelpunkt – das war mehr als zwölf Jahre das Motto von Lothar Vestweber. Am Dienstag rückte der Gilserberger Rathauschef selbst in den Mittelpunkt:

Im Landgasthof Steller wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Mit dabei waren 180 Gäste, darunter Freunde und Weggefährten, Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft und der Vereine.                            

* Der jüngste Gast war Rotkäppchen Lina Rühl (4), die mit Oma Edeltraud Trümner ein Körbchen mit Leckereien überreichte. Die junge Dame machte ihre Sache perfekt und sogar das Verabschieden fiel fröhlich aus: Das laute „Auf Wiedersehen“ wurde im Saal mit einem ebenso freundlichen Gruß votiert.        

 * Dass beim Verwaltungsexperten Vestweber „nie der Vorgang an erster Stelle“ stand, bestätigte Parlamentsvorsteher Lothar Dietrich: „Du hinterlässt ein gut bestelltes Feld, jetzt sollte der Mensch Lothar im Mittelpunkt stehen.“ Der Erste Beigeordnete Lothar Hirth sagte: „Du warst der richtige Mann am richtigen Platz.“

* Landrat Frank-Martin Neupärtl sprach launig von „drei Mal Lothar“ – einem Erfolgsteam. „Du bist immer der erste Bürger deiner Gemeinde gewesen, aber das war auch eine kräftezehrende Aufgabe.“ Lange Jahre sei er der Chef im Rathaus gewesen: „Ab jetzt hast du eine Chefin zuhause“, prophezeite der Landrat. Vestweber gab munter zu: „Ja, da muss ich aufpassen, dass ich keinem auf die Nerven falle.“ SPD-Sprecher Martin Dippel bescheinigte Vestweber einmal mehr „eher ein Praktiker denn ein Theoretiker“ zu sein. Was Praktisches gab es deshalb auch von den Genossen, sie schenkten ein neues Fahrrad.                       

* Wolfgang Urbanek, Sprecher der CDU-Fraktion, erinnerte daran, dass es in Sitzungen „oft geknirscht“ habe. Manchmal so heftig, dass selbst das Weizenbier danach nicht mehr geschmeckt habe. Als Entschädigung lud Urbanek Vestweber zur Fraktionssitzung ein: „Damit wir das mit dem Bier wieder reparieren können.“ Michael Stuhlmann überreichte einen Kescher für seinen Teich: „Fange Fische, keine Wählerstimmen“, lautete seine Empfehlung.                        

* Das letze Wort hatte nach drei Stunden Vestweber selbst: „Mir war klar, dass das Amt des Bürgermeisters ein Zeitvertrag ist. Aber ein wenig wehmütig macht mich der Abschied doch.“ Tränen der Rührung begleiteten die Gäste mit langem Applaus – bevor sie mit ihrem Lothar ein Bier tranken.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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