Vor 200 Zuhörern gab Bürgermeisterkandidat Stefan Rother erste Wahlversprechen ab

Chefsache Ortsumgehung

Der Saal war voll: Mit rund 200 Felsbergern und drei Experten diskutierte Bürgermeisterkandidat Stefan Rother (kleines Foto links, mit Heinrich Bambey) im Felsberger Bürgersaal über Themen wie Ärzteversorgung und Wohnen im Alter. Fotos: Féaux de Lacroix

Felsberg. Rund ums Felsberger Rathaus waren die Parkplätze am Montagabend knapp, und im Bürgersaal gab es nur wenige freie Stühle. 200 Felsberger waren der Einladung von Bürgermeisterkandidat Stefan Rother gefolgt, um mit Experten über die Themen Ärzteversorgung, Wohnen im Alter und Zukunft der Sportvereine zu diskutieren.

„Ich bin überwältigt, dass Sie so zahlreich hier erschienen sind“, sagte Rother. Es waren nicht nur die Themen, die die vielen Zuhörer angelockt hatten – sondern auch der Kandidat: „Ich will mal wissen, was Herr Rother so vorhat“, sagte ein Besucher.

Mit Rother auf dem Podium saßen Heinrich Bambey, Experte für seniorengerechtes Wohnen, Hans-Jürgen Heise, Vorsitzender des FSC Gensungen-Felsberg, und der Arzt Dr. Ulrich Herzberger.

„In Felsberg fehlt Betreutes Wohnen“, sagte Heinrich Bambey. Den Bedarf in der Drei-Burgen-Stadt schätzte er auf etwa 30 Wohneinheiten. Wichtig sei, dass die Wohnungen an einem zentralen Standort gebaut würden.

„Wirtschaftsförderung kann nicht die Aufgabe von irgendeinem Rathaus-Mitarbeiter sein.“

Eine Zuhörerin wollte wissen: „Sie wollen bauen – aber wohin denn? Und wie soll das gehen, wenn in Felsberg noch nicht mal eine Ortsumgehung gebaut werden kann?“ Hier ergriff Stefan Rother das Wort: Es gebe Standorte, die für Betreutes Wohnen in Frage kämen – etwa das Gelände der Alten Molkerei in Gensungen.

Zur Ortsumgehung sagte Rother: „Das betrachte ich im weitesten Sinne als Wirtschaftsförderung.“ Zuvor hatte Rother erklärt: „Wirtschaftsförderung ist Chefsache und kann nicht die Aufgabe von irgendeinem Rathaus-Mitarbeiter sein.“ Die Ansiedlung von Gewerbe sieht Rother als Lösung für viele Probleme Felsbergs: „Unternehmen bringen Arbeitsplätze und damit auch Zuzug von neuen Einwohnern.“ Auf diese Weise, stimmte Dr. Ulrich Herzberger zu, könne man auch dem Ärztemangel vorbeugen: „Die Stadt muss für junge Leute attraktiv bleiben.“

Damit wäre auch den Sportvereinen geholfen, sagte Hans-Jürgen Heise. Denn die litten unter Nachwuchsmangel. Wichtig sei aber auch der Erhalt von Sportplätzen. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, dass die Stadt handlungsfähig bleibt“, sagte Stefan Rother. Wenn Felsberg den Schuldenberg nicht in den Griff bekomme, werde der Stadt irgendwann vorgeschrieben, wofür sie Geld ausgeben dürfe – und dann würden freiwillige Leistungen wie die Sportplätze als erstes wegfallen, sagte Rother.

Quelle: HNA

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